4 III. Abhandlung: Cornu. der sechste Fuß den Wert L _. Für diesen Spondeus kann auch ein Trochaeus stehen. Ob die Zeile katalektisch ist oder nicht, geht uns hier nichts weiter an, trägt auch zur besseren Deutung in keiner Weise bei. Anstatt des Spondeus mit der Betonung L _ findet man im sechsten Fuße auch ausnahmsweise den Spondeus mit der Betonung _ L. Da derartige Schlüsse im ganzen selten auftreten, lassen wir sie unerörtert. Sie sollen jedoch den Gegenstand einer späteren Untersuchung bilden, die zeigen wird, unter welchen Bedingungen sie zugelassen werden. Der fünfte Fuß ist in der Regel ein Daktylus L w k 4 Je nach der Stelle, die der Spondeus im Hexameter ein ­ nimmt, kann er drei Betonungen haben L _ 1, _ k, d. li. es kann entweder der erste oder der zweite Halbfuß den Akzent oder die Hebung tragen. Stehen statt der ersten be ­ tonten Länge zwei Kürzen, so erhalten wir einen Anapäst Z_l, der im Hexameter als Fuß nicht zugelassen wird. Ist der andere Teil des Spondeus betont, so entspricht ihm, wenn er den Akut oder den Zirkumflex trägt, ein Fuß, der durch die Betonung vom echten Daktylus sich unterscheidet4, w Verschieden von diesem Spondeus an Stärke ist der Spondeus mit der Betonung _ 1; diesem Fuße entspricht der Fuß _ k ^ ■ Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein so betonter Fuß (_k^) als fünfter Fuß verwendet werden. Wie ich gleich am Anfänge sagte, ist die Aufgabe, welche ich mir zunächst gestellt habe, zu zeigen, in welcher Art und Weise zwei Kürzen einer Länge entsprechen. Zu diesem Be- liufe wählen wir die zur Untersuchung geeignetesten Füße, nämlich den vierten und den dritten. Selbstverständlich aber gelten die gewonnenen Ergebnisse auch für die anderen Füße. 1 Ich bin genötigt, hier manches vorauszunehmen, was die Untersuchung später ausdrücklich erörtern soll oder sonstwie klarstellen wird. So setze ich den Daktylus auf Grund sprachgeschichtlicher und anderer Erwä ­ gungen als Ki mit Nebenakzent an; siehe den Aufsatz über armdque und ctrmentdque unter 18—23, S. 61—66, und Vgl. auch Sommer, Hand ­ buch der lat. Laut- und Formenlehre p. 102 Uminä. Ebenso gebrauche ich gleich im folgenden den Terminus Anapäst von meinem akzentuirenden Standpunkte aus mit der Umwertung, daß der auf der letzten Silbe liegende, bisher meist als alleiniger Versakzent geltende Ton für mich zum Nebenakzent wird, welcher von dem Hauptakzent auf der ersten Silbe überragt wird.