163 allain dem gantzen Hauß Österreich sondern der gantzen Christenhait zu mercklicher unwiederbringlichen schaden und nachtl ervolgen müste, das alles der herr viel mit mehrern als ein verständiger erwegen und ein solchs verderben von der Christenhait vielmehr abwenden als so unnötter ding ein so plötzlichs unversehens weit umb sich reissendt übel in unserm geliebten vatterlandt anrichten solle helffen. Wir haben gleichwol solchs alles I. F. D. unserm gnedigsten herrn und landts- * * * fürsten itzt verschienen tagen weitläuffiger ausgefürt 4 ) und als gehor- samiste khinder ihren getrewen vattern das alles clagt und lautter zu verstehn geben, welche solche beschwarliche handlung in dießen landen anzurichten gedenckhen, das es viel rathsamer sie stunden von solchen ihren beginnen zeytlich, dan alleweil unns so öffentlich mit frembder nation und den benachtparten gedroet und wir etwa gedrungenlich zu billicher und rechtmässiger I. F. D. und des geliebten vatterlandts defension greiffen müsten so wollen wir vor Gott und der gantzen Christenhait entschuldiget sein, das wir es höchstgedrungener nott fürkheren, I. F. D. als unsern hochgeliebten herrn und landtsfürsten diß orts ainiche unbilliche nachrede nit an- legen lassen viel weniger denselben benachtparten und allen ihren anhengigen oder helfern ainich unfueg nit gestatten khünnen, dan wie das göttliche wort leret was ir wollet das auch die menschen tliuen, ihr solchs hinwieder tliuen sollet. Also möchte es in der leng ein bößen ausgang gewinnen do wir in unsern lieben vatterlandt nit allain solche öffentliche bedroung sondern würkliche dergleichen Sachen ins werck richtig wahrnehmen solten. Sunderlich aber müssen wir solchs im faal es ie nit anders sein khan und wir es gern als viel es immer sein khündt unterlassen wollen alsbaldt dem Hl. Römischen Reich unter des schütz und scherni wir inhalt unserer freyhaitten sein mit höchster beschwer fürbringen, 5 ) das wir wieder unser erbhuldigung freyhaitten, alten wohlhergebrachten gutten gewonhaiten, religions pacificationen, unsers frommen herrn und landtsfürsten hohen contestationen, wieder gott, recht und alle billickhait von frembden personell und nationen gedrungen und dieße ') Anbringen der der Augsburger Konfession zugetanen Stünde vom 15. und 21. Dezember auf das landesfürslliche Religionsdekret vom 10. Dezember und die landesfürstliche Antwort an die Stände vom 18. Dezember (Loserth, FRA IIf50, S. 85—101 und 114—130). 5 ) Im Sommer 1582 schickten die innerösterreichischen Stände Gesandte wegen der Religionsangelegenheit zum Reichstag nach Augsburg (Hansen, Nun¬ tiaturberichte III/2, S. 515; Loserth, FRA 11/50, S. 345 f.). 11 *