Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Krem er. 
bens kundiger Junge mit seinem calamus (Kalam) auf Palm 
aststiele oder Bänblätter zeichnet, oder wie ein Arm, der von 
einer kunstfertigen Frau aus Mo'alla tätowirt worden ist. Trotz 
dem entdeckt der Blick noch von dem Aufenthalte der Ge 
liebten einige Spuren, die da glänzen im Sonnenlichte unter 
den Kanahbolbäumen am Wildbache. Von diesen Erinnerungen 
wendet der Dichter sich nun ab auf einem gewaltigen Kameel, 
das wie eine Festung emporragt. Noch vor Tagesanbruch er 
reicht er hiemit einen Brunnen. Und hiemit wird ein neues 
Bild eingeführt, nämlich das der verlassenen Tränkstätte in 
der Wüste: der Brunnen ist vom Sande zugeweht (sodm), seit 
Langem von keinem menschlichen Wesen heimgesucht, das 
Wasser ist gelblich und tief unten verborgen. Es wird nun 
der lederne Schöpfeimer in den halbzertrümmerten Steintrog 
geleert, um das Kameel zu tränken, das einen Zug daraus 
thut und dann so rasch weiter trabt, dass es selbst die weit- 
fliegenden Katä-Schaaren überholt. Endlich rastet er; als 
Polster dient ihm zum Schlafe die Hand und die Säbelscheide, 
statt des Teppichs der Kameelsattel mit den zwei Sattelgurten. 
Sein Kameel vergleicht er weiter mit einem indischen Schiffe 
oder mit einem Wildstier, der ebenfalls geschildert wird, worauf 
die übliche Jagdscene folgt, indem ein Jäger mit seiner Meute 
den Wildstier verfolgt, der sich mit seinen Hörnern wehrt, die 
Hunde zurücktreibt und, hurtig den Hügel hinabeilend, das 
Weite sucht. 
Ist so mein Kameel? fragt nun der Dichter, oder ist es 
ein junger Strauss, dessen Flaum in Stücken an den Zweigen 
des Gestrüppes haften bleibt u. s. w. 
Mit der Schilderung der Straussen schliesst das Gedicht. 
Zum Texte ist Folgendes zu bemerken: S. 61, Z. 9 
LJ! Die einheimischen Philologen erklären das Wort 
Iäjo für eine poetische Abkürzung statt Ist dies richtig, 
so müsste man annehmen, dass in der damaligen poetischen 
Sprache schon, offenbar durch lange Uebung, solche kaum 
denkbare Licenzen sich eingeschlichen hatten und mundgerecht 
geworden waren. Solcher Abkürzungen gibt es manche, die 
so ziemlich allgemein in Gedichten angewendet werden, z. B. 
statt ^=»1^5, statt vib statt (jAj, statt
	        

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