Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

dasselbe steht bei Schurzfleisch. Ebenso hat er in der Note 
zu II, 32 (73), 7 den Druckfehler KPA0QC für KA0QC ge 
treulich erhalten. 
Ein Druckfehler, der sich durch mehrere Generationen 
von Ausgaben hindurchzieht, ist durch Rigaltius selbst ver 
schuldet. Acrost. II, 12 (53), 12 steht im Text der ed. II 
richtig dimicaturum; im Lemma der Note aber dominicaturum. 
Dieselbe Differenz findet sich auch in der dritten Ausgabe 
und bei Schurzfleisch. Später fiel dem Letzteren der Fehler 
doch auf und in seinen Supplementen bemerkt er: Domini 
caturum legitur perperam in mea editione, cpiod vitium est 
operarum (!!). Die armen Setzer (operae)! Es gereicht mir 
zu besonderer Befriedigung, ihre Manen noch nach 175 Jahren 
von dem ungerechten Vorwurf zu reinigen. 
Von viel grösserer Bedeutung als diese Ausgabe war eine 
kleine Schrift, welche derselbe Schurzfleisch vier Jahre später 
erscheinen liess. 1 Ihr Titel ist: Supplenieilta quaedam ad 
Commodianum ex bibliotheca instructissima illustris Ezechielis 
Spanheimii maiori ex parte communicata et nunc in lucem 
emissa ab Henrico Leonardo Schurzfleischio. Accessit 
Glossarium et Index rerum ad totum opus Vitembergae Saxo- 
num. Typis Schroedteri, Acad. Typogr. Anno CIOIJCCIX. — 
Schurzfleisch war nämlich durch die königlichen Bibliothekare 
Joh. Carl Schott und Maturin Veissiere la Croze in Berlin 
in den Besitz eines zur Bibliothek Ezechiel Spanheims 
gehörigen Exemplars gekommen, 2 welches die eigentliche 
editio princeps vom Jahre 1649 und die ed. II vom Jahre 
1650 umfasst und besonderen Werth durch handschrift 
liche Nachträge des Rigaltius erhalten hat. Es war 
ein wahrer Schatz, der hier in Schurzfleischs Hände gekommen 
war, der aber freilich von ihm nur theilweise in seinem Werth 
erkannt und ausgebeutet worden ist. Zunächst wurde er sich 
gar nicht darüber klar, dass er es mit zwei in verschiedenen 
Jahren erschienenen Werken zu thun habe. Das ist ihm freilich 
’ Die genauere Kenntniss derselben danke ich der Zuvorkommenheit, des 
grosslierzogl. Bibliothekars Herrn Dr. Köhler. 
2 Jetzt noch in der Staatsbibliothek zu Berlin befindlich, aus der es mir 
durch gütige Vermittlung des Herrn Director v. Halm in liberalster 
Weise zur Benützung überlassen wurde.
	        
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