Full text: Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Manetho und Diodor. 
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Werth verloren. Dagegen waren eben diese Aufzeichnungen 
für jeden Forscher von der höchsten Bedeutung und wir werden 
später zu erörtern haben, dass Diodor in der That auf sie 
zurückgegangen ist. Nur wenn diese nicht ausreichten, wie 
dies etwa bei der Frage nach den Gründen der Thierverehrung 
der Fall war, 1 sah Diodor sich genöthigt, eigene Erkundi 
gungen bei den Eingebornen einzuziehen. Zur Bestätigung der 
Mittheilungen der Priester beruft sich Diodor an drei Stellen 2 
direct auf seine Augenzeugenschaft. Nehmen wir zu diesen 
Stellen die verschiedenen sti y.at vuv (und ähnliche formelhafte 
Wendungen), 3 die wieder als Bestätigung oder Ergänzung von 
Berichten, die anderen Quellen entnommen sind, dienen, so 
haben wir den gesammten Umfang der persönlichen Beobach 
tungen und Erfahrungen Diodors umschrieben. Umgekehrt als 
bei Herodot, haben die mündlichen Quellen bei Diodor nur 
eine sehr secundäre Bedeutung. Wir kommen zu den schrift 
lichen. 
Hier tritt uns in überraschendem Masse die Reichhaltig 
keit der in die Darstellungen Diodors verwebten Nachrichten 
entgegen. So wird von den Nachrichten, die über die Grün 
dung von Theben überliefert waren, bemerkt: dpjptaßYjTsihai 8’ r, 
y.Ttot? rrjc toXsw? TaÖTY]? oü p.ovov xapa loic myypatfeum'/, dXXd y.a.\ 
wap’ autoT? xof? %on' Aifuxrov '.epeüor. 4 In der That werden von 
Diodor zwei Versionen über die Gründung mitgetheilt, die ihm 
wohl als die bemerkenswerthesten erscheinen. Ueber den Bau 
des Labyrinths verzeichnet Diodor ebenfalls eine Reihe von 
stark abweichenden Angaben. Nach der einen hätte König 
Menas das vielbewunderte Bauwerk errichtet, 5 nach einer 
anderen dagegen ein König Mendes, den Einige auch Marros 
1 I, 86, 2. 
2 I, .84, 8; I, 83, 8, 9; I, 46, 7. cf. auch I, 44, 1. 
3 f'-fyP 1 t 0 “ I) 43, 2'; 43, 4; 52, 3; 63, 5; 24, 6; 22, 2; 21, 9. aypi 
tSv vuv yp&'vtuv I, 90, 2. [j-sypt xSv vewxfpwv ypovtov I, 46, 4; 18, 3. 
x.Gtö’ I, 84, 8; 31, 6; 31, 8. uiypi xou y.aö’ 7jpa; ß(ou I, 61, 4. Sn 
(xal) vuv I, 97, 7; 14, 2; 96, 8; 45, 7. (x«t) vuv I, 10, 2; 10, 3; 19, 4; 
21, 4. aus Ttov zaO’ ypo’vwv I, 52, 3; 31, 7. £v xots za0’ fjpä; fxt 
ypovot; I, 10, 6. Einige dieser Formeln mögen übrigens von Diodor aus 
seinen Vorlagen einfach herübergenommen worden sein. 
4 I, 15, 2. 
5 I, 89, 3.
	        
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