Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Krall. Manetlio nnd Diodor. 
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Man et ho lind Diodor. 
Eine CJuellenuntersuchung 
von 
Dr. Jakob Krall. 
1. (Japitel. 
H e r o (1 o t und Diodor. 
Grundverschieden sind die Wege, welche die Forschung 
nach den Quellen Herodot’s in seinen ganz abgeschlossenen 
AtybuTioi Xe*foi 1 von der nach den Vorlagen Diodors in dem ersten 
Buche seiner Bibliothek zu wandeln hat. Die Quellen Herodots 
waren mit einer einzigen Ausnahme durchwegs mündlich; was 
er berichtet, hat er entweder selbst gesehen oder gehört. Unter 
den Nachrichten, die auf Hörensagen zurückgehen, müssen wir 
scheiden zwischen solchen, die er direct von den ägyptischen 
Priestern erhalten hat und solchen, die auf griechische Lands 
leute oder auf lügenhafte Fremdenführer zurückgehen, da in der 
Kegel nur die ersteren ernstliche Berücksichtigung verdienen. 
Von schriftlichen Quellen findet sich dagegen, abgesehen von 
der Benützung des Plecataios, 2 keine Spur vor. Und wie hätte 
es anders sein können. Waren ja Hecataios und Herodot die 
Ersten, die den Griechen das Wunderland am Nil, auf welches 
sie dunkle Erinnerungen in ihren poetischen Ueberlieferungen 
hinwiesen, 3 wissenschaftlich näher brachten. Was Hecataios 
und Herodot begonnen hatten, die wissenschaftliche Einfügung 
des Ilellenenvolkes in die Ueberlieferungen der alten Cultur- 
1 Bauer, Entstellung des lierodotischen Geschichtswerkes, p. 27 f. 
2 II, 143. cf. übrigens Porphyrius bei Eus. Praep. evang. X, 3, p. 166. B. 
(Müller, Pr. H. Gr., p. 21). 
3 S. unten p. 268.
	        
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