Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

Reini sch. Die Sprache der Irob-Saho in Abessinien. 
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Die Sprache der Irob-Saho in Abessinien. 
Von 
Leo Reinisch. 
Die Irob (h.G’tt 0 an der südwestlichen Abdachung von 
Hamasien sesshaft, zerfallen in zwei grosse Familien oder 
Unterstämme, in die endä Boknayto : ! ) unc l 
endä Agladä (X7-S: h'lhfi s), jede zu etwa 1500 Personen 
anzuschlagen. 1 Sie sind Nomaden in dem Sinne, dass sie 
nicht in Dörfern zusammenwohnen, sondern sich einzeln (d. i. 
die Familie im engern Sinne) Wohnhäuser in den Gebirgen 
errichten, aber nicht volle Nomaden, weil die so gewählte 
Wohnstätte oft durch mehrere Jahrzehnte beibehalten wird, 
während die übrigen Saho-Stämme als eigentliche Nomaden 
keine Häuser, sondern nur tragbare Hütten aus Palmen-Matten 
besitzen, welche sie auf ihren steten Wanderungen, nach 
Weide für ihre Heerden suchend, mit sich führen 2 . 
Die Irob halten sich mit den übrigen Saho-Stämmen in 
nichts verwandt, ausser durch ihre Sprache und die gleiche 
Behauptung stellen auch die übrigen Saho auf, indem sie 
sagen, die Irob seien Einwanderer und hätten erst in ihrem 
gegenwärtigen Lande die Saho-Sprache angenommen. Dem 
gemäss werden auch die Irob in der Stammliste der Saho, 
welche jedem jungen Knaben bei den Saho geläufig ist, niemals 
namhaft gemacht, sondern es werden stets nur nachstehende 
Namen der Saho-Stämme aufgeführt: 1. Asäurtä (MlD-Cp t), 
in drei Familien oder Unterstämme zerfallend, a) endä Leies 
(h'if]• AAVI O i b) en ^ ä Asäkara ( '■ bflilE : ) i c ) endä 
1 gehört, dem TigiA-Dialecte von Hamasien an und bedeutet Dorf, 
Complex von Wohnhäusern. 
2 Ueber die Sitten, Gebräuche und Traditionen der Saho vgl. meinen Auf 
satz: ,Das Volk der Saho‘ in: Oesterreichische Monatsschrift für den 
Orient, 1877, Nr. 5. 
Sitzungsber. d. phil.-hist. CI. XC. Bd. I. Hft. 7
	        

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