Object: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 134. Band, (Jahrgang 1896)

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TTT. Abhandlung: Kuhnert. 
Der Reim in den fiinffüssigen kann wie bei den übrigen 
echt (^p) oder unecht (JX) sein, hei den verlängerten muss 
er echt sein/ 
Wie man sieht, will das vorgeführte, aus Zottoli selbst 
genommene Beispiel (und zwar das erste) mit obiger Regel 
nicht stimmen. Denn weder das erste noch das zweite Schema 
ist jenes des gegebenen Gedichtes. Das Gedicht stammt aus 
der T’ang-Dynastie, hat Meng Hao-jan (689—740 p. Chr.) zum 
Verfasser, und ist ein Quinarius recisus. 
Wie Zottoli selbst bemerkt, kann der Reim planus (2p) 
oder implanus (JX) sein. Seine obigen beiden Schemata gelten 
aber nur für den Planus. Wenn man mehrere dieser Strophen 
aus fiinffüssigen Versen miteinander vergleicht, so kommt hiebei 
ein etwas weiter gefasstes Gesetz zur Geltung, das im Schön 
heitsgefühl begründet ist: unitas in varietate. 
Der zweite Quinarius in Zottoli ist: 
»i* * * 
U & # 'M A 
M ilt: m 
der vierte: 
^ it It 
¥ 
U lg fd tsai dstj 
gjä lang dso 1 lio Ijen 
en she/i ma lm tsdo 
ho Xje tsy di tshnn 
da ddo dshi Xje fa 
tslinn Xjy‘ gjä kjt dg 
e 1mg gei geng dsy 
sliä shä e n kö 
Die Rhythmen dieser drei Gedichte neben einander ge 
stellt, ergibt: 
1. 2. 3. 
w ^ i _ L ^ Reim _1 ^ I L. _ Reim f ^ I _ ü _ Reim 
L w ! _ .1 ^ Reim L _ I ^ L* *_ Reim L _ I _ L _ Reim 
von denen keiner mit den von Zottoli angegebenen Schemen 
stimmt; am ehesten noch der zweite, welcher allein im ersten 
Verse vom Schema II abweicht.
	        

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