Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Joseph Chmcl. 
düng so einzuricht.cn, dass die obenerwähnte Stiftung nicht zum 
Nachtheile dieser Pfarre (Traföss) gereiche (Regesten I, Nr. 2130). 
(!) 14 45, 29. März. Notariatsinstrument über die Cüation des Friedrich 
Zobelsbergcr vor das königliche Gericht (die juridica nach St. Jörgentag), 
auf Klage des Erzbischofs Friedrich von Salzburg. 
Die Citation geschah durch Nicolaus Gallcnberger, Castellan des Schlosses 
Lichtenwald und zwar: „in valvis Castri Sawnstain” mit dem Briefe König 
Friedrich’s in der Hand („presentibus ibidem honorahilihus nobilibus atque 
„discretis viris D. Georgio perpetuo vicario in Licclitenwald Barthoiomeo divi- 
„norum socio ibidem presbiteris, Sigismundo Gallenberger, Andrea Kchager 
„armigeris, Georgio et Nicolao Concivibus opidi Licchtehbald, Aquilegiensis 
„et Salzburgensis dioc.” Notar: „Clemens deRevffnicz, Clericus Aqüileg. dioc. 
„imperialis notarius.”— Orig. Perg. (Geh. Hausarcliiv.) 
Dass übrigens noch vier Jahre später die Streitigkeiten nicht beigelegt 
waren, beweist 7) ein Schreiben desselben Friedrich Zobelsberger an den Viz- 
dom und Hauptmann zu Pettau, Wilhelm Reysperger. 
1449, 21. December. „Dem Edelenn und vestenn Ritter hern Willialbm den 
Reysperger etc. 
„Mein frewntlichenn dinst lieber Herr Wilhalbm. Ich schicke euch hyemit 
„des allerdurekleuchtigistenn Fürstenn meines allergenadigisten herrn des 
„Romisclienn Kuniges etc. Brieff den wisset ir meinem herreu von Salczburg 
„woll zu schikclien wan er mir vor zugeschriben hat Ich bedorfft als fer hinaus 
„nicht zuschikclien Ich sclioltz seinen viezdom zue schikenn der weste das woll 
„zu senden und meins liern Brieff ist mir worden nur an der nächst vergangen 
„Pliincztagnacht das er nicht dacht das ich in verhalden hiette als mir besche 
ren ist mit etlichen Brieffen.” — Orig. Papier. (Geh. Hausarchiv.) 
Dunkel ist noch, was es eigentlich für eine Bewandtniss habe mit jener merk 
würdigen Bulle Papst Eugeu’s IV. vom'4. Februar .1446 (abgedruckt in meinen 
Materialien, Bd. I, S. 195, Nr. LXXI1I, Regesten K. Friedricli’s IV. Bd. I, 
Nr. 2019), wodurch dieser dem noch nicht ganz entschiedenen Könige Frie 
drich, um ihn ganz für sich und die Curie zu gewinnen lebenslänglich die 
Befugniss einräumt, die sechs Bisthümer Trient, Br ixen, Gurk, Triest, 
Chur undPiben im Erledigungsfalle zu besetzen; eine bisher beispiellose 
Bewilligung, wodurch die Rechte der Capitel, bei Gurk insbesondere das 
offenbare Recht des Erzbischofs von Salzburg verletzt wurden (s. Gesell. K. 
Friedrich’s IV., Bd. 2, S. 385). 
Was Gurk betrifft, so wurde von Eugen's Nachfolger Papst Nicolaus V. 
gleich nach seiner Wahl dem Erzbischöfe, um ihn vom Concilium abzuziehen, 
das wohlbegründete, von Kaisern und Päpsten vielfach bestätigte Recht der 
Besetzung der aus der so weitausgedehnten Diöcese von den salzburgischen 
Erzbischöfen selbst ausgeschiedenen und gestifteten Bisthümer Gurk, Chiem 
see, Scckau und Lavant aufs neue gesichert (Mezger Hist. Salisburg. 
p. 984. Lünig, Spicil. Eccl. I. Th., Forts, p. 1014).
	        

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