Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Zur Förderung der Länder-, Sprachen- u. Völkerkunde Nord-Afrikas, {>13 
mit feinen Wollstoffen Ssuf, mit Kleidern und Mänteln (Burnus) 
mit gestickten und ungestickten Kopfbünden, mit ledernen Schilden, 
die aus der Wüste (Biladi Ssahra) kamen und eine Arbeit der 
Lern tunen u. s. w.; die Ankunft dieser Gesandtschaft zu Kairo war 
ein grosses Fest, die Geschenke des Sultans wurden unter kostbaren 
Zelten zur Schau ausgestellt i. J. 741 (dem letzten seiner Regierung), 
in welchem er seinen Sohn Eh ul Fida Ismail zum Nachfolger 
ernannte, der ihm aber in der Regierung nicht gefolgt. Der folgende 
Abschnitt (Seite 394) erzählt die diplomatischen Verhältnisse des 
Sultans Ebul Hasan Ali mit den Königen der benachbarten Ne 
gerstämme, deren grösster der König der Mali, hundert Tagreisen 
südlich, dieser war damals Mensa-Musa, dessen schon oben 
Ei w ähnung geschehen; der Sultan der B e n i M e r i n erwiederte die 
zum Glückwünsche seines Regierungsantrittes geschickte Botschaft 
mit einer anderen, an deren Spitze wieder der Staatssecretär M o h a m- 
med L. Ebi Medin stand; nicht nur wissenschaftliche, sondern 
auch poetische Bildung, wovon wir sogleich den Beweis sehen 
werden, war damals ein Haupterforderniss von Gesandten und Bot 
schaften, der Sultan Ebul Has a n Ali war selbst ein Schönschreiber, 
wie dies die Abschrift seiner beiden nach Mekka und Jerusalem 
gesandten Korane bewies. Der erste Dichter seines Hofes war Ebul- 
Kasim er-Rahawi. Ibn Chaldun gibt (Seite 401 bis 404) 
die acht und sechzig Distichen starke Kafsidet, womit er die Eroberung 
von Tunis besang. Die Geschichte der Sultane der Beni Merin 
in Westafrika ist enge mit der Geschichte der Sultane der Beni 
Ahm er von Granada verflochten; schon gegen Ende des Werkes 
(Seite 491 und 303) enthält dasselbe einen höchst wichtigen Beitrag 
zur Lebensgeschichte des grossen und gelehrten Wesirs Ibnoi- 
Chathib Lisaneddin, aus dessen Geschichte von Granada Casiri 
so zahlreiche Auszüge gegeben; Ibn Chaldun erzählt seine 
Abkunft aus Duschet (Loja), das eine Tagreise von Granada 
entlegen, von wo sein Vater Abdallah in den Dienst der Benil 
Ahm er nach Granada kam, der Sohn studirte die Philosophie 
unter dem grossen Philosophen Jahja B. Hodeil, Arzneikunde und 
Philologie, zeichnete sich bald durch Werke in Prosa und Versen 
aus und ward vom Sultan Ebul Hadfchadfch i. J. 749 (1348) 
zum Wefire ernannt, als dieser i. J. 733 (1334) unter dem Dolche 
eines Meuchlers in der Moschee gefallen, bestätigte sein Sohn und 
Sitzb. <1, phil.-hist. CI. VIII. Bö. V. Hfl. 
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