Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Bericht über die Leistungen der historischen Commission. 
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der uns. erhaltenen ältesten Nachrichten, mit Ausschluss schon 
jener des zwölften Jahrhunderts, welchen, als nicht unparteiischen, 
neben jenen ungleich älteren kein Gewicht beigelegt wurde. Es 
konnte nicht fehlet*, dass beide Forscher zu verschiedenen Er 
gebnissen gelangen mussten. Die Replik und Duplik liess von beiden 
Seiten nicht lange auf sich warten. Erstere erschien im Notizenblatte 
1851, S. 129 bis 138, letztere ebenda S. 260 bis 263. Das Ergeb 
nis war wie gewöhnlich keine Vereinigung, sondern wie bisher in 
Bezug auf Ruprecht’s Tod ein Abstand von mehr als hundert Jahren. 
Koch-Sternfeld lieferte ausserdem noch eine Abhandlung für 
die Ad eis ge sc hi chte dieses Kronlandes, nämlich in seiner Unter 
suchung „die Sarchili” und „Scharsachs” im Hause Playen-Beil- 
stein,” welche im Archive 1, 4, 143 bis 150 veröffentlicht wurde. 
Beide Namen begegnen nämlich in sehr alten Urkunden, z. B. des 
10. und 11. Jahrhunderts als Namen von Gaugrafen im Salzburgischen, 
in Kärnten, Österreich ob der Enns u. s. w. Koch-Sternfeld hält 
nun diese Grafen mit jenen von Playen-Beilstein für identisch, und 
sucht seine Ansicht durch urkundliche Belege zu festigen. 
Nicht weniger ergiebig der Zahl wie dem Inhalte nach waren 
die gelieferten Arbeiten und urkundlichen Beiträge für die Ge 
schichte der 
St ei erma rk. 
Vor Allem sind für die allgemeine L andes ge schich te 
von Bedeutung die schon oben zur Geschichte Österreichs erwähn 
ten von Chmel im ersten Bande der zweiten Abtheilung der Fontes 
gelieferten „Urkunden zur Geschichte Österreichs, Steiermarks, 
Kärntens u. s. w.,” aus den Jahren 1246 bis 1300, so wie ein Paar 
kleinere Mittheilungen F. Firnhaber’s im Notizenblatte 1851, S. 74 
und 75. Diese betreffen nämlich „Nachweisungen zur Geschichte 
Ernst’s des Eisernen, namentlich dessen Titel Erzherzog,” und brin 
gen eine bisher unbekannte Urkunde Cimburga’s von Massovien vom 
21. März 1428. Bei der grossen Seltenheit von Urkunden dieser 
Fürstinn gewinnt die mitgetheilte , welcher die nölhige Erläuterung 
beigegeben ist, um so mehr an Bedeutung. 
Als eine fernere Bereicherung der Quellenkenntniss zur Lan 
desgeschichte Steiermarks ist das von Chmel im Notizenblatte 1851. 
S. 111 bis 112 mitgetheilte „Volkslied über den Aufruhr der windi- 
Sitzb. d. phil.-hist. Cl. VIII. Bd. IV. Hft. 
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