Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Auszüge aus (lern Werke: Der Feldmarscliall Starhemberg. 329 
Marschall Villeroi seinen Degen, ihm war grossentheils der Sieg bei 
Luzzara zu danken. Starhemberg war es, der Vendome von Ostiglia 
zurückschlug, den französischen General Albergotti besiegte und 
endlich jenen kühnen Zug mitten durch das feindliche Heer nach 
Piemont vollbrachte, durch welchen die weitaussehenden Plane der 
übermächtigen Gegner vollständig durchkreuzt wurden. 
Während der Jahre 1706 und 1707 kämpfte Starhemberg mit 
Glück gegen die Insurgenten in Ungern, im Jahre 1708 aber sandte 
ihn Kaiser Joseph I. nach Barcelona, wo sich König Karl, der nach 
malige Kaiser Karl VI. nach der Niederlage, welche seine Streitkräfte 
gegen das Heer seines Nebenbuhlers Philipp von Anjou bei Almanza 
erlitten hatten, in wahrhaft verzweiflungsvoller Lage befand. Aber 
dem Feldmarschall Starhemberg gelang es trotz der geringen Anzahl 
und des verwahrlosten Zustandes seiner Truppen sich nicht nur in 
Catalonien zu behaupten, sondern auch die Macht seines Herrn und 
Königs nach und nach immer weiter auszudehnen. Zwei Jahre nach 
seiner Ankunft in Barcelona führte Starhemberg den König Karl nach 
zwei gewonnenen Schlachten in den Mittelpunct Spaniens, nach 
Madrid, büsste jedoch, von widrigem Geschicke verfolgt, noch in 
demselben Feldzuge die Früchte seiner Siege wieder ein. 
Die Darstellung dieser Ereignisse bildete das zur Vorlesung 
gewählte Bruchstück. Auf die Vorstellungen Starhemberg’s und des 
englischen Generals Stanhope, welcher die brittischen Hülfstruppen in 
Catalonien befehligte und zugleich als Gesandter der Königinn Anna 
an KaiTs Hoflager stand, hatte dieser sich entschlossen, persönlich 
ins Feld zu gehen und seinem Gegner Philipp, der sich gleichfalls 
zu seinem Heere begeben hatte, die Stirne zu bieten. Da Philipp’s 
Heer dem der Verbündeten Anfangs beträchtlich überlegen war, ver 
mied Starhemberg ein Treffen mit dem Feinde, bis er nach Ankunft 
von Verstärkungen aus Italien seine Streitkräfte für zahlreich genug 
hielt, um sich mit denen des Gegners in offenem Kampfe messen zu 
können. Nach verschiedenen Bewegungen kam es endlich hei Alme 
nara zum Streite, der mit dem Siege Starhemberg’s, mit dem flucht- 
ähnlichen Rückzuge König Philipp’s endigte. Unter den Mauern von 
Lerida sammelte dieser seine zerstreuten Schaaren und zog sich in 
Eilmärschen gegen Saragossa zurück. Der Feldmarschall folgte ihm 
auf dem Fusse. Am 20. August wurde bei Saragossa neuerdings 
gekämpft. Philipp’s Niederlage, der Triumph des Königs Karl war
	        

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