Volltext: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Prof. Joh. Wocel. 
In Leitmeritz liegen in einer dunklen Kammer des Ratli- 
hauses vier vortreffliche Bilder mit goldenem Hintergründe und zwar: 
1. die Geisselung Christi; 2. die Krönung Christi; 3. Maria und Eli 
sabeth; 4. die Geburt Christi. 
In der Propsteikirche zu Raudnitz hängen im Presbyterium 
neun altböhmische Tafelgemälde, deren Werth bereits von andern 
Kunstkennern erkannt wurde, und zwar: 1. Ein grosses Gemälde 
den Tod Marien’s darstellend, wahrscheinlich aus dem XIV. Jahrhun 
dert; 2. das letzte Abendmal; 3. Christus vor Pilatus; 4. Christus 
vor Kaiphas; 5. Die Geisselung Christi; 6. ein Ecce Homo; 7. Chri 
stus unter der Last des Kreuzes fallend; 8. Christus am Kreuze und 
9. die Grablegung. Im linken Seitenschiffe derselben Kirche befin 
den sich zwei Gemälde auf Goldgrund, deren Ursprung wahrschein 
lich in das XIV. Jahrhundert fällt. 
Zu Königgrätz befinden sich am Literatenchore die Ge 
mälde eines alten Flügelaltars; das Mittelbild stellt die heil. Familie 
dar; im rechten Flügel unten die heil. 3 Könige, oben Maria und Eli 
sabeth; der linke Flügel enthält unten die Geburt Christi, oben die 
Verkündigung. Auf der Rückseite des einen Flügels ist die heil. Anna, 
auf der andern Joachim dargestellt. Diese Gemälde sind besonders 
ausgezeichnet durch die Trefflichkeit der Zeichnung, Schönheit der 
Ausführung, Wahrheit und Innigkeit des Ausdruckes. Wahrschein 
lich sind sie im XIV. Jahrhundert gemalt und sind vielleicht Werke 
des Meisters Radaus, wenigstens haben sie grosse Verwandtschaft 
mit seinen meisterhaften Miniaturbildern. 
In Kuttenberg befinden sich in der Barbarakirche zwei Ta 
felbilder auf Goldgrund, das eine in der Nähe der Sacristei, das 
andere in der ersten Seitencapelle zur linken Hand des Hochaltars. 
Das letztere ist unbestreitbar ein Werk des XIV. Jahrhunderts. In 
der Muttergotteskirche derselben Stadt hängen am Musikchore zwei 
alte Flügelaltäre, wovon das zur rechten Hand der Orgel befindliche 
einen vorzüglichen Werth hat. 
In C h r u d i m erblickt man in der St. Katharinenkirche einen Flü 
gelaltar, dessen Mittelbild zwar fehlt, die beiden hohen Seitenflügel 
aber mit trefflichen Bildern auf Goldgrund geziert erscheinen; der 
rechte Flügel stellt die heil. Katharina von Engeln gekrönt, der linke 
die Enthauptung dieser Heiligen dar. In derselben Kirche befinden 
sich noch die Bruchstüche eines zweiten Flügelaltars. In der heil.
	        

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