Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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P. Ciemens SibiIja«. 
wir es im Interesse der Wissenschaft für unsere Pflicht, durch Ver 
öffentlichung derselben eine Lücke in der Numismatik auszufüllen 
und unsern Beitrag zu leisten. 
Diese von uns zu veröffentlichenden Münzen bestehen in 17 
Stücken, deren 15 dem Cabinete der P. P. Mechitharisten in Wien, 
1 dem k. preussischen Museum in Berlin und 1 dem National-Münz- 
cabinete zu Paris angehören. Alle diese Münzen waren bisher gänz 
lich unbekannt, daher deren Beschreibung auf die Geschichte der 
rubenischen Dynastie ein neues Licht werfen und zur bessern, 
richtigeren Einreihung der Münzen dieser Art wesentlich bei 
tragen kann. 
Unter diesen Münzen ist die zweisprachige Münze des Ala- 
eddin, Sultans von Iconien, und des Königs Hethum’s I., und die 
Silbermünze Guidon’s ein Unicum. Ebenso waren die Silber- und 
Kupfermünzen des kurz regierenden Sembat’s bisher noch gar nie 
veröffentlicht, und jede der andern hat ihre wesentliche Bedeutung. 
Unter den Dynastien, welche beim Verfalle der byzantinischen 
Macht in verschiedenen Theilen des Keiehes zur Selbstständigkeit 
gelangten, befand sich auch die der armenischen Bubenier in Kilikien. 
Rüben I., (1080) der Stammvater dieser Herrscherfamilie aus 
dem Geschlechte der ßagratiden, fand einen Zufluchtsort in der 
Bergkette des Taurus, wo er die daselbst befindlichen Armenier um 
sich sammelte, bei welchen er in hohem Ansehen stand und dadurch 
bald zu bedeutender Macht gelangte. Seine Nachfolger erweiterten 
durch ihre Tapferkeit die Grenzen ihrer Herrschaft, so dass Leon II-, 
der früher ein einfacher Fürst war, wegen seiner vielfachen den 
Kreuzfahrern geleisteten Dienste von Kaiser Friedrich I. Barbarossa 
das Versprechen einer Königskrone erhielt, welches Versprechen der 
Nachfolger und Sohn Barbarossa’s, Heinrich VI. und Papst Coele- 
stin III. im Jahre 1198, vermittelst einer Gesandtschaft in der Person 
des Conrads, Cardinal-Erzbischofes von Mainz in Ausführung brachte. 
In Folge dessen wurde Leon II. in Tarsus zum Könige geweiht. 
Die Dynastie wurde durch ihre vielfachen Beziehungen zu den 
Kreuzfahrern, Griechen, Genuesen, Sicilianern, den Königen von 
Cypern, den arabischen und tatarischen Herrschern, mit denen sie 
mannigfache Verträge schloss, bekannt.
	        

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