Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Berichte aus und über Abyssinien. 
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erzeugt sich Schwefel, welcher den ganzen Bedarf für diesen Theil 
von Afrika deckt.. Dieses Salz wird zu 8 Zoll langen, 1 (4—3 Zoll 
breiten und iy a Zoll dicken Stücken (Pariser Mass) zugehauen und 
bildet so geformt jenseits des Flusses Tacaze, also bereits diesseits 
Gondar das cireulirende Geld, und ist also, indem es den Finanzfond 
des Landes vertritt, von ausserordentlicher Wichtigkeit, auch be 
schäftigt sich mit der Ausbeute und Ausfuhr eine bedeutende Volks 
menge, indem hier die Transporte grösstentheils nur auf Menschen 
rücken statthaben. Es ist also einleuchtend, dass dieses Salz eine 
äusserst lebhafte Volksbewegung verursacht, auf verschiedene Weise 
Nahrung unter alle Classen der Bevölkerung bringt. 
Salzpreise. 
Am Rand des Hochlandes in der Ortschaft Azehi 8000' über 
dem Meere, unmittelbar oberhalb der Salzlocalität (welche, der erhal 
tenen Information gemäss, tiefer als der Meeresspiegel zu sein scheint) 
ist das erste abyssinische Salzdepot. 
Hier in Azehi ist der Mittelpreis für 100 Stück 1 Thaler (österr. 
M. Th. Th.), 1 y 2 Tagereise weiter zu Addegral 80 Stück 1 Tlmler, 
wiederum 2 Tagereisen weiter zu Addoa für 60 Stück 1 Thaler, 
* 6 „ „ Wogera „ 45 „ 1 
Via „ * Gondar „30—40,, 1 
Von Azehi nach Gondar sind 12—14 Tage langsamer Reise 
erforderlich, und auf diesem Wege 16 Zollstellen, wo ein halbes 
Stück Salz bezahlt wird, also bis nach Gondar 8 Stücke, d. i. von 
einer Trägerlast, welche gesetzlich nicht mehr als 50 Stücke beträgt. 
Hieraus geht die Geringfügigkeit des Gewinns hervor, aber eben die 
Geringfügigkeit desselben ist Beweis, dass dieses Salz-Gehl alle 
Verhältnisse des Volkes seit undenklicher Zeit mittelst seines Ein 
flusses durchdrungen hat.
	        

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