Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Prof. Joh. Wocei. 
Die Kirche zu Mohelnic an der Iser, Jiciner Kreis, Bezirks- 
hauptmannschaft Jungbunzlau. Das Innere dieser, im Rundbogen- 
style erbauten Kirche, misst im Lichten 30' in der Länge, IS' in der 
Breite. Die stark verbaute Empore an der Westseite wird von zwei 
Rundbogen, die auf Wandpfeilern und einer mit byzantinischem Capital 
gekrönten Säule aufruhen, gestützt. Das Portal ist durch eine, in 
neuerer Zeit angebaute Vorhalle verdeckt. Die charakteristische Wür 
felreihe und Rundbogenzier ist sowohl am Friese des Kirchenschiffes 
als auch am halbrunden Presbyterium sichtbar. Leider ist das Letz 
tere durch eine darangebaute Sacristei grösstentheils versteckt. Der 
an die Westseite der Kirche sich anschliessende massive Thurm ist 
bis auf das moderne Dach in seiner ursprünglichen Form erhalten. 
Die Fensteröffnungen im obern Theile desselben sind durch byzanti 
nische Säulchen in zwei, vom Rundbogen überhöhte Abtheilungen 
geschieden. Unter jeder dieser Fensteröffnungen befindet sich noch 
ein schmales Rundbogenfenster; die Mitte des Thurmes ist von einer 
schmalen Rundbogenbordüre eingefasst. 
Wiewohl dieses Kirchlein nicht zu den in künstlerischer Hin 
sicht ausgezeichneten Gebäuden dieser Art gehört, so verdient es 
doch besonders des wohlerhaltenen Thurmes wegen Beachtung. Es 
wäre daher sehr zu bedauern, wenn diese Kirche, wie beabsichtigt 
wird, umgebaut und ihr ursprünglicher Typus vernichtet werden 
würde. Sollte eine Vergrössung derselben nothwendig sein, so müsste 
sie mit Umsicht und Sachkenntnis vorgenommen werden. Das Ver 
mögen dieser Kirche ist sehr bedeutend. Patron derselben ist der Be 
sitzer von Miinchengrätz, Se. Excellenz Graf v. Waldstein. 
Die Kirche zu Ilolubitz (Holubice), bei Tursko im Prager 
Kreise. Dieses Dorfkirchlein hat zwar keine architektonischen Orna 
mente, ist aber durch seine eigenthiimliche Bauart merkwürdig. Es 
ist eine Rotunde, aus welcher östlich das Presbyterium in einem Kreis 
bogen, der beinahe a / 3 der Peripherie beträgt, hervortritt; an die Süd 
seite der Rotunde sehliesst sich eine eben so stark vorragende Rund 
capelle und an die Nordseite die viereckige Sacristei an. Ein latern- 
förmiges Thürmehen krönt den mittleren Rundbau; an der Westseite 
ist ein gothischer Thurm, der Bauart nach aus dem XV. Jahrhundert 
angebaut. Bloss die Aussenseite des Presbyteriums ist durch 3 w'eit- 
geöffnete von schmalen Wandsäulen gestützte Rundbogen belebt. 
Die drei Fenster des Presbyteriums sind gothisch und wurden an die
	        

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