Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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Hartei. 
nachzuweisen gelang und Demosthenes in der späteren Rede zu 
wiederholen unterliess, geht dieser daran, Demosthenes’ Anklage 
auch auf Vorgänge zu beziehen, an welche jener nicht gedacht, 
und gerade ihm für Kersobleptes’ Schicksal die Schuld zuzu 
schieben. Er erzählt dieselben in beiden Reden, aber nicht ohne 
Widersprüche, zu deren Ausgleichung verschiedene Wege 
eingeschlagen wurden. Aus der späteren erfahren wir, dass in 
der Volksversammlung des 24. Elaphebolion der erwähnte, von 
Philokrates gestellte Antrag über die Eidesablegung der Synedren 
des Bundestages zu Stande kam, in welcher Demosthenes dem die 
Abstimmung leitenden Präsidium angehöi'te: durch den Wort 
laut dieses Beschlusses sei aber Kersobleptes ausgeschlossen 
worden, da er durch keinen Abgeordneten im Synedrium ver 
treten war. 1 Dass er aber nicht einmal Bundesgenosse war 
und- wie er das erst werden wollte, verschweigt hier Aeschines. 
Wir erfahren dies aus der früheren Rede, die uns durch diesen 
Bericht zugleich einen neuen Beleg für die oben dargelegte 
Praxis der Antragstellung und Abstimmung in der Ekklesie 
gewährt. In der Volksversammlung nämlich, in welcher Demo 
sthenes das Präsidium führte, trat der Lampsakener Krito- 
bulos auf, stellte sich als Gesandter des Kersobleptes vor und 
wünschte erstens den Gesandten Philipps den Eid leisten zu 
dürfen, zweitens Kersobleptes’ Aufnahme unter die Bundes 
genossen Athens. Darauf hin übergibt Aleximachos den Vor 
sitzenden einen Antrag, der dahin geht, dass Kritobulos als Ab 
gesandter des Kersobleptes zur Eidesleistung zugelassen werde. 
Nach Verlesung desselben erhebt sich unter den Vorsitzenden 
Demosthenes und erklärt, dass er ihn nicht zur Abstimmung 
1 Aeschines RgKtes. § 73 ö o’ ?jv Otto’Xoittov auTot;, KepaoßÄEnTrjv xal tov et;'. 
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