Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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Hartei. 
und vorlegte. Es war ein Friedens- und Bundes vertrag zwischen 
Athen und seinen Bundesgenossen einer-, Philipp und seinen 
Bundesgenossen andererseits auf Grund des gegenwärtigen Besitz 
standes, den sich die Paciscenten gegenseitig garantirten, indem 
zugleich die Freiheit des See Verkehres unter Athens Obhut 
gestellt wurde. Das bedeutete für Athen den definitiven Ver 
zicht auf Amphipolis und die anderen von Philipp im Kriege 
genommenen Plätze. Ja Philokrates nahm die Phokier und 
Halier ausdrücklich von dem Vertrage aus und lieferte damit nach 
den Anschauungen der nationalen Partei die letzte Festung aus, 
welche Griechenlands Freiheit gegen die Angriffe des Barbaren 
schützte. 1 Philipp erschien in seiner ganzen Ueberlegenheit als 
der den Frieden dictirende Sieger. 
1 Die Eingangsformel ’AOrjvafoi? xai ’Aörjvaiwv au[Ap.ayo:s nXrjv 'AXe'cov xai 
‘htoxewv gibt Dem. RvdGes. § 159, § 278 und Heg. RvHalonn. § 31 pj 
|aovov ^|J«; xai xou? a'ju.[j.ay_ouc xou; rjij-STSGOuc xai ÜÜXiroxov xai xoli? aop.- 
[Aayou; xoü; exeIvou ayeiv X7jv £?p7)vrjv. — Die Statusquo-Formel txaxdpou£ 
£X.eiv S e/ouaiv folgerten die Scholien zu Heg. RvHal. § 18 und § 23 
und zu Dem. RvdGes. § 161 richtig aus Heg. RvHal. § 26 fl’. ip7)criv oe 
(6 ÜÜXiroio;) 'ApofeoXiv sauxou eivai ■ opxc yap ijirjfflfaaaOai exeIvou stvai, 
ox’ Ei]/r)<piaaoOE tysiv aüxbv & eE/ev. Die Consequenzen aus dieser Vertrags 
bestimmung zieht Dem. RvdGes. § 143 ff. und RvFr. § 25 xai dhXfamp 
vuvi xaxa [rac] auvOvjxa; ’AfAtpntdXsioi; jtapaxEyiopjjxapiEv, xai KapSiavou; eco[asv 
e?w X£ppovJ)<rix<3v xwv aXXinv XEXtfyOat, xai xov Kapa xa; v?jaou; xaxaXa|AßaVEiv 
X(ov xai Kiüv xai 'Pooov, xai Bu^avtiouc xaxayeiv xd TiXoia. Der darin liegende 
Verzicht auf Amphipolis wird von Dem. RvdGes. § 22, § 253 hervor 
gehoben. — Die Garantie hebt Dem. RvdGes. § 143 ff. hervor, mit zum 
Th eil wörtlicher Anspielung auf den Vertrag: (für den Staat ergab sich 
aus dem Frieden) xrj jxoXei jaev xoivuv äcpEcxrjXE'vai iaev djrtmwv xai xwv 
xxr)p.dxuv xai xwv aujAfAcfyiov, o[Aio|Aoxe'vai oe ‘hiXlrotio, xav aXXo; xi; ’ij) 
~ox’ eiz' auxa ßooXdpvo; ain^eiv ’jp.d; xinXuasiv xai xov jaev ju.:v ßouXd[J.£VQV 
mipaSouvat ly_0pbv ipp'jaEoOat xai jxoXdjAiov xxX. — Ueber den freien Verkehr 
zur See, der unter Athens Obhut gestellt war, worin unverkennbar eine 
Anerkennung seiner maritimen Stellung lag, vgl. Heg. RvHal. § 14 fl'. 
-zpl oe xtov XrjaxoW Slxatdv qjxjaiv stvai x.oivij tpuXdxxE'.v (also hatte es der 
Vertrag zu Athens Gunsten bestimmt). Für den gegenseitigen Schutz ihrer 
Unterthanen waren wohl nicht besondere Verpflichtungen stipulirt; aus 
Dem. RvFr. § 8 und vKr. § 44 geht das wenigstens nicht hervor. Er 
ergab sich wohl von selbst aus dem Friedenszustand (vgl. Dem. RvdGes. 
§ 164 £“£107, 6’ slp7jV7] [aev fjv, ajxaoa 3’ äaydXsta tdvai, RvKr. § 44 u. a.), 
während zu Kriegszeiton Hab und Gut des fremden Bürgers nicht respectirt 
wurde und somit im Verkehr zur See und zu Land das Recht des Starkem 
herrschte. — Schaefer liebt endlich noch hervor II 211 als Inhalt des
	        
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