Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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Partei. 
dass ihm Demosthenes in der zweiten Volksversammlung ein 
mit seiner Unterschrift versehenes Psephisma, das einen Bundes 
vertrag unter denselben Bedingungen, wie sie Philokrates vor 
geschlagen hatte, formulirte, gezeigt und sich mit ihm darüber 
berathen habe, ob er dasselbe durch die Proedren solle zur 
Abstimmung bringen lassen. 1 Zunächst widerlegt sich der Punkt 
dieses Zeugnisses, dass der demosthenische Antrag mit dem 
philokratischen identisch war, von selbst. Das bereits Beantragte 
nochmals zu beantragen hätte Demosthenes auch ohne Amyntors 
Unterstützung als etwas Ueberflüssiges erkannt und unterlassen. 
Andererseits war eine solche Täuschung leicht möglich, indem 
Aeschines die Tragweite kleiner Varianten absichtlich übersehen 
mochte. Man denke an den späteren Streit über das I/etv sjiaxspou; 
ä I/ouciv oder e/etv toc eautwv. Bis auf diese erlogene Identität, die 
allerdings für Aeschines’ Beweis das wichtigste ist, kann das 
andere richtig sein. Sie muss übrigens nicht sehr einleuchtend 
gewesen sein, indem es Aeschines für angezeigt hielt, vor der 
Verlesung des Zeugnisses schon sie so sorglich hervorzuheben 
(Sv 8s TpcTrov YSYpaiiTat, TrpoctekÖs'iv üp.Tv ßouXcp.at). Der Entwurf, 
den Demosthenes in Bereitschaft hatte, wird die Bestimmungen 
enthalten haben, für die er Tags vorher sich ausgesprochen 
und die er wohl als Gegenanträge gegen den philokratischen 
Entwurf vorläufig formulirt hatte. Sie waren inzwischen von den 
Gesandten Philipps als unannehmbar befunden worden. Seine 
Besprechung mit Amyntor konnte demnach nur darauf gehen, 
ob er gleichwohl seine Anträge von gestern wiederholen, d. h. 
nun förmlich einbringen und die Abstimmung darüber ver 
langen sollte. Wie wir wiederholt bemerkten, erfolgte die eigent 
liche Einbringung der Anträge, das 8i8ov«i, selbst wenn sie von 
einem Buleuten ausgingen, erst in der Eklclesie, kurz vor der 
Epipsephisis, nachdem sie der Antragsteller durch seine Bede 
begründet hatte. Wer diese förmliche Uebergabe der schriftlich 
1 Aesch. vdGes. § 67 p.apxupsi ’Ap/Jvxiop Aia/r/rj, ox’ ipouXsueO’ 6 orjp.o; rcep’- 
T7)<; 0'jp.p.a.y loi.^ xfj; r.poc, ^IXitztzov xaxa xo Ar]p.oa0^vouc <jp/jcpia[j.' > ev xrj uaxEpa 
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