Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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Müller. 
Der Uebergang von altind. ch (tsh) in armen. ,y (tsh), 
wofür regelrecht t (tsh) erwartet wird (vgl. den Charakter der 
Verba inchoativa: u. s. w.), ist ebenso zu beurtheilen, 
wie in den alteran. Lauten ts, dz, welche uns im Armenischen 
und Avglianischen als ts, dz entgegentreten. 
In gleicher Weise nun wie in fajkJ' u. s. w. muss auch 
das g in u. s. w. erklärt werden. Es ist also armen. 
„ftpLmy (sireatsh) nicht altem *saira-ya-sat, sondern *saira-ya-skat 
gleichzusetzen. 
Der ganze hier berührte Sprachprocess ist also in Kürze 
folgender: 
Während i J' — alteran. aJimi, altind. asmi den Indicativ 
bezeichnet, nahm die Inclioativ-Form /<,y/.<T = as-skä-mi die 
Function des Conjunctiv-Optativs an, um die verloren gegangene 
Form dieses Modus *hyävi oder *ahyäm zu ersetzen. 
Während das Imperfectum /,/> an die alte Imperfect-Form 
des Verbum substantivum sich anschliesst und dann durch 
Zusammensetzung mit dem Stamme das Imperfectum der Verba 
bilden hilft {•■/•pk/ 1 u. s. w.), hat die identische Form des Iu- 
choativums die Function des Aorists übernommen und wird in 
Verbindung mit dem Verbalstamm zur Bildung des schwachen 
Aorists verwendet. Diese Form (im Armenischen würde sie 
l-ul lauten) wurde aber beim Verbum substantivum, das über 
haupt keinen Aorist bildet, aufgegeben. 
Die Erklärung der Formen des Futur-Conjunctivs und 
schwachen Aorists, welche ich gegenwärtig als vollkommen 
begründet zu bieten vermag, ist mithin folgende: 
A. Conjunctiv. 
Sing. 1. Pers. fakJ' = askami 
2. Pers. /y/" = askaisa (?) 
3. Pers. hjk = askati 
Plur. 1. Pers. /•///■ ‘Cp = askamasi 
2. Pers. Ay/,./* = askcitasi 
3. Pers. feHu = askanti 
B. Aorist. 
Sing. 1. Pers. == saira-ya-ska-i 
2. Pers. iifiptgL-p --- saira-ya-ska-thäs (?) 
3. Pers. "/ipiiutj — saiva-ya-ska-t
	        

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