Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 107. Band, (Jahrgang 1884)

Albanesische Studien II. 
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culturell höher entwickelten Nation viel häufiger und auch viel 
leichter zu erklären. Im Logone, einer Negersprache, ist mia 
hundert arabisches Lehnwort, ebenso mie im Teda und miä (neben 
einheimischem yoru) im Kanuri (F. Müller I 2, 166. 191. 210). 
Die Kunamasprache im nordöstlichen Afrika verwendet für 
tausend das arabische Wort ülufa (F. Müller III 1, 66). Im 
Kamassinischen stammen die Wörter für hundert und tausend 
ebenso wie die für vierzig bis sechzig aus einem türkisch 
tatarischen Dialekte (F. Müller II 2, 184). Die Bezeichnung 
der Khasiasprache Si-hazar tausend ist neupersisches hazar 
(F. Müller II 2, 386). sau und saddi hundert in Kolhmund- 
arten (F. Müller III 1, 130) ist arischen Ursprungs, und ebenso 
stammt in fast allen Drävidasprachen das Zahlwort für tausend 
aus dem Indischen (kanaresisch sävira, Tulu sära, Tamil äyiram. 
F. Müller III 1, 228). Im Fulah stammt temerre hundert gewiss 
ans dem Wolof ternär (F. Müller I 2, 173), möt, hundert in der 
Bareasprache ist dem Tigre entlehnt (F. Müller III 1, 77), 
pataka und waranka in der Sprache der Molu-ehe dem Aimara 
(F. Müller II 1, 423). In den Galtschasprachen ist sad hundert, 
hazür hazör tausend persischen Ursprungs; ebenso armen. 
hazar, magy. ezer, neuslov. jezer. Bekannt ist es, dass die 
uralischen Sprachen von den eränischen die Bezeichnung für 
hundert geborgt haben (Suomi sata, lappisch tsuotte, syrjänisch 
sjo, mordwinisch Sada, tscheremissisch sjide, ostjakisch sät, wo- 
gulisch sat Hat, magyarisch szdsz). Dagegen stammt die Be 
zeichnung der Zahl tausend in der Mehrzahl der uralischen 
Sprachen (finnisch tuhatta, lappisch duhat, syrjänisch tiisatsjä, 
mordwinisch tjozän, tscheremissisch tizjem') aus dem slavisch- 
germanischen Sprachgebiete. 1 
Auch in den Sprachen der Balkanhalbinsel finden wir 
Beispiele der Entlehnung bei diesen beiden höheren Zahlwörtern 
hundert und tausend. Das bulgarische hiledü (Cankof) tausend 
stammt aus griechischem yfk’-dq oder vielmehr yfkidoa, und im 
Albanesischen stammt sowohl Teint hundert als auch mil§ mij§ 
tausend zweifellos aus dem Lateinischen. Miklosich, Albanische 
Forschungen II, 13. 41. Eigenthtunliche Schwierigkeiten bietet 
1 Vgl. jetzt auch Brugmann in Techmer^s Internationaler Zeitschrift für 
allgemeine Sprachwissenschaft I, 251.
	        
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