Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 110. Band, (Jahrgang 1885)

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Engelbrecht. 
II. 
Aus den Resultaten, die wir durch die vorstehende Ab 
handlung gewonnen haben, ergibt sich auch ein gewisser 
Nutzen zur Bestimmung der Heimat des Verfassers jenes nicht 
uninteressanten Romanes, den Heydenreich unter dem Titel 
,Incerti auctoris de Constantino Magno eiusque matre Helena 
libellus' in der Teubner’schen Sammlung 1879 edirt hat und 
den wir in den folgenden Citaten kurz durch Anonymus (An.) 
bezeichnen wollen. Schon C. Paucker hat im Scrutarium sub- 
relictorum lexicographiae lätinae die sprachlichen Eigenthüm- 
lichkeiten jenes Büchleins erörtert, sich dabei aber in seiner 
Weise jeder Schlussfolgerung enthalten; es war übrigens auch 
für ihn nicht schwer, selbst durch eine blosse Zusammen 
stellung der &ra§ leyöiMvcc zu einem positiven sprachgeschicht- 
lichen Resultate zu gelangen. 
Um es gleich im Voraus zu sagen, scheint das Schriftchen 
in Gallien verfasst zu sein, da sich in demselben unverkenn 
bare Spuren specifisch gallischer Latinität nachweisen lassen, 
die wir hiemit in zwangloser Reihenfolge vorführen: 
1. Oben wurde erwähnt, dass die Wendung ita (sic) mit 
folgendem quod cum indicativo sich nur bei gallischen Schrift 
stellern und zwar vom 5. Jahrhundert an (Salvian, Claudian, 
Sidonius, AlcimusAvitus) finde: man vergleiche nun An. 23,17 H. 
quas res . .ita occultauerat, quod nulli uiuenti de hoc quid- 
quam constitit, 28, 3 in tantam proruperunt doloris et gemi- 
tus uehementiam, quod. uidebantur extra mentem positi et se 
ipsos uelle iugidare u. ö. Besonders merkwürdig ist 21, 3 ita ut 
multos . . . prostevneret et quod iam quare non inuen iebatur 
aliquis qui secum ludere ausus esset (vgl. die weiteren Stellen bei 
Paucker 1. c.). 
2. Die präpositional gebrauchte Participialform mediante 
wurde von uns bereits weitläufig bezüglich ihres Gebrauches 
in Gallien besprochen und sie steht auch An. 18, 31 non omnino 
uacua ueni, sed aliquid de meo, quo mediante uictum nostrum 
quaerere potevimus, addere uolo: so nämlich steht in den Hand 
schriften und ganz mit Unrecht hat Heydenreich seine Conjectur 
medicante in den Text gesetzt.
	        

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