Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

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Phillips 
Man scheint je nach der Zeit ihrer Reception hinsichtlich dieser 
Fremdwörter drei Verhältnisse unterscheiden zu dürfen: 
1. Eine grosse Menge lateinischer Wörter sind dem Baskischen 
erst durch die Kirche zugeführt worden : diese haben ihre Gestalt 
so ziemlich unverändert bewahrt. Ausser vielen, die in der gedachten 
Litanei Vorkommen, gehören beispielsweise hielier: adorazionezko 
akta, kontrizionea u. s. w. Alle diese tragen den Stempel der Lati- 
nität unverkennbar an der Stirne, und es ist daher auch für die 
Folge nicht nöthig, sie in den Kreis dieser Untersuchungen zu ziehen. 
2. Nicht so deutlich tritt aber der nämliche Ursprung in andern 
Wörtern hervor: in makliila wird man nicht gleich das lat. baculus 
erkennen, landatu auch nicht auf den ersten Blick für plantare hal 
ten; eben so wenig frogotchea für probare, ainguru für ancora, 
barkliatu für parcere u. s. w. Diese Wörter dürften schon viel früher 
als jene, und zwar zur Zeit der Herrschaft der Römer über Hispanien in 
die Sprache der Vorfahren der Basken aufgenommen worden sein, wäh 
rend späterhin, als die Kirche mit ihrem Latein hinzutrat und dieses 
die gottesdienstliche Sprache wurde, eben dadurch eine solche Laut 
veränderung, wie sie sich dort zeigt, ferngehalten wurde. Dass bas- 
kisclie Schriftsteller, namentlich Larramendi, die Sache geradezu 
umkehren, wurde schon bei anderer Gelegenheit erwähnt s). 
3. Eine dritte und äusserst zahlreiche Classe bilden diejenigen 
Wörter, welche aus den benachbarten Nachbarsprachen, aus dem 
Spanischen, aus dem Französischen, so wie besonders reichlich aus 
dem Proven^alischen 4) in das Baskische hinübergewandert sind. 
Als Beispiele führen wir an: abantaldea (fr. avantage), bisaia 
(fr. visage), ispiuna (fr. espion), lekhasia (fr. laquais), minagrea 
(vinaigre) u. s. w. Die Menge dieser ins Baskische aufgenommenen 
Wörter macht es begreiflich, wie man auf den freilich sehr verkehr 
ten Gedanken kommen konnte, dass das Baskische nichts weiter als 
französischer, beziehungsweise spanischer Dialekt sei 5 ). Da nun 
auch diese Wörter im Baskischen durch Laulveränderung eine andere 
Gestalt annehmen, so ist es nicht immer leicht, genau zu bestimmen. 
3 ) S. die angeführte Abhandlung. S. 12. 
4 ) Uber das umfangreiche Gebiet des Provenzalischen, welches auch in Spanien sich 
weit verbreitet hatte, s. Diez, Grammatik der romanischen Sprachen. Bd. 1. S. 77. 
5 ) S. die Abhandlung: Über das baskische Alphabet. S. 12.
	        
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