Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 63. Band, (Jahrgang 1869)

Ved^nta-s^ra. 
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Säkäs. Die wichtigsten unter ihnen, welche beim Vedanta vorzüglich 
in Betracht kommen, sind die folgenden: Cändogya, Vrhadäranyaka, 
KauSltaki, Aitareyaka, Käfaka, Mundaka, Prasna, Svetäävatara, Isä- 
vasya, Kena u. s. w. 
Das Vedanta trägt auch noch den Namen Brahma-Mi'mänsä 
(Brahma-Wissenschaft) oder Uttara-Mi'mänsä (spätere M.) ; als solche 
bildet es, obwohl durchaus selbstständig, ein Ganzes mit der Pürva- 
Mimänsä (frühere M.), welche sich mit dem darma, d. h. der religiösen 
Pflicht, als Inbegriff aller religiösen Werke, beschäftigt. 
Die Form des Vedanta-Systems, welche der Vedänta-sära uns 
gibt, ist nicht die älteste desselben, es sind einige bedeutende und 
charakteristische Modificationen eingetreten, unter denen wir vor 
allem die Lehre oder Ansicht von der Maya bezeichnen müssen, 
wonach die ganze Erscheinungswelt nur Täuschung, Schein und 
Trug ist. Davon findet sich nichts in den alten Grundlagen, aus denen 
sich das System entwickelt hat, und diese Ansicht gehört, wie der 
Vedänta-sära selber, einer spätem Zeit an. 
Man stellt gewöhnlich für die Entwickelung des Vedänta-Systems 
drei Epochen auf: eine contemplative, eine reflectirend-exege 
tische und eine systematische (so Windischinann, Vater). Diese An 
nahme scheint mir aber nicht den wahren Verhältnissen zu ent 
sprechen, da man doch nicht den Zeitraum, in welcher der Geist 
einer Nation sich erst entfaltet und die verschiedensten Bahnen ver 
sucht, als erste Epoche eines Systems bezeichnen kann. Das allge 
meine Bewusstsein umschloss ja noch alle Keime besonderer Rich 
tungen und Bestrebungen. Kurz, was finden wir? Zuerst die Zeit 
der Hymnen; der Grundton lind Charakter dieser ersten Zeugnisse 
des erwachenden geistigen Lebens der Indier erscheint als naive 
Lyrik, deren Inhalt Verehrung und Verherrlichung der Na 
turmächte ist und worin sich die Stimmung des Bewusstseins als 
Naturenthusiasmus zeigt. 
Hierauf tritt die Epoche ein, der die UpaniSads angeboren, sie 
sind der literarische Ausdruck einer Periode, während welcher der 
schon gereiftem Geist in sich geht, sich vertieft, nach den Gründen 
der Dinge und den Ursachen der Erscheinungen sucht und sich 
Rechenschaft geben will über sich selbst. Wir finden da Speculationen 
über alle Fragen, die den denkenden Menschen beschäftigen und das 
Bedürfniss seines Geistes und Herzens zu befriedigen suchen, z. B. 
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