Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 38. Band, (Jahrgang 1861)

Tauschinsk i, Faviana und Wien. 
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SITZUNG VOM 9. OOTOBER 1861. 
G t'Iescn: 
F a v i a n a u n d W i e n. 
Von üippolyt Tauschinski. 
Eugippius der Schüler und Biograph des heil. Severin spricht 
rnelirmalen von einer Stadt Fa vi a n a, welche nach dem Inhalle seiner 
Worte am rechten Donauufer in nicht sehr weiter Entfernung von 
der Grenze, welche Ufernoricum und das obere Pannonien scheidet, 
gelegen sein musste. Schon im 12.' Jahrhunderte war man der 
Meinung, dass das neuaufblühende Wien einst jenen Namen geführt 
habe; dieser Glaube erhielt sich im Volke bis auf unsere Tage und 
mehrere Örtlichkeiten in und um Wien werden mit Severin und 
seinen Mönchen in Verbindung gebracht. Da es jedoch ausgemacht 
ist, dass an der Stelle des heutigen Wien zu den Zeiten der Römer 
das Municipium Vindobona gestanden habe, so ergriff man, um den 
doppelten Namen des einen Ortes erklären zu können, zu folgendem 
Auskunftsmittel seine Zuflucht: Wie die römischen Grenzstationen 
manchmal ihre Bezeichnung von der in ihnen liegenden Besatzung 
erhielten, so habe auch die ursprünglich Vindobona geheissene Stadt 
von dem längeren Aufenthalte der Cohors Fabiana daselbst im 5. Jahr 
hunderte den neuen Namen bekommen. Dass nun eine solche Truppe 
existirt habe, soll durch mehrere Denkmäler festgestellt sein, von 
deren Auffindung und Inhalt Lazius, Prämer, Caccia und Honnayr 
die gläubige Welt benachrichtigt haben. Die ersteren drei theilen 
die Inschriften von Steinen und Legionsziegeln, Hormayr die eines 
römischen Schwertes mit, welche Inschriften genaue Meldung von
	        
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