Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 38. Band, (Jahrgang 1861)

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SITZUNG VOM 6. NOVEMBER 1861. 
Vor gelegt: 
Die Bevorzugten des Allhalt er s Hiao-wu. 
Von dem w. M. Dr. August Pfizmaier. 
Die Lenkung des Allhalters Hiao-wu war der Glanzabsclmitt 
der Zeiten der früheren Han. Neben den grossen Erfolgen, welche 
die Heerführer dieses Ländergebieters nach aussen errangen, ent 
wickelte sich auch um diese Zeit ein reges geistiges Leben im 
Innern, veranlasst durch die Freisinnigkeit, mit der aufstrebenden 
Fähigkeiten neue Bahnen eröffnet wurden. Nicht allein, dass der 
Himmelssohn häufig in Sachen der Lenkungsweisheit und des Vor 
gehens gegen fremde Völker öffentliche Umfragen stellte, zu deren 
Beantwortung alle Bewohner des Landes, unter Zusicherung völliger 
Straflosigkeit für etwaige kühne Äusserungen, aufgefordert wurden, 
war es auch Jedermann erlaubt, selbst den Anfang zu machen und 
seine Meinung über die hier erwähnten Gegenstände dem Allhalter 
kund zu geben. 
Auf die Männer, welche sich in Beantwortung der gestellten 
Umfragen geschickt erwiesen, oder auch auf solche, welche unauf 
gefordert eine vortreffliche Meinung ausspracheri, war der Allhalter 
besonders aufmerksam, und dieselben wurden zu den höchsten und 
einflussreichsten Ämtern vorzugsweise befördert, wie niedrig auch 
die Stellung, welche sie bisher im Leben eingenommen, gewesen 
sein mochte. So war Tschü-mai-tsehin, ein selbst in der Bücher 
kunde vorkommender Name, noch in vorgerückten Jahren ein Holz 
leser,als erdie Aufmerksamkeit des Himmelssohnes auf sich zu lenken 
wusste und bis zu der Würde des Statthalters einer ausgedehnten 
Landschaft emporstieg. 
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