Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 2. Band, (Jahrgang 1849)

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aus vereint mit meinen Leuten, welche ihre geographische 
Kenntniss bereits erweitert haben werden , in südlicher Rich 
tung vorzudringen, die Quellen des Stromes aufzusuchen und 
auf die Westküste zuzureisen. Bemerken muss ich , dass von 
den Bari-Negern unter dem 4° n. B. bis nach Fernando da 
Po oder dem atlantischen Ocean, die Schwierigkeiten der Rei 
seroute abgerechnet, mir blos 40 Tagereisen übrig bleiben 
können. 
Und so hoffe ich mit göttlicher Hilfe (und Ihrer vielleicht 
mir zu Theil werdenden aufmunternden Protection) das, was 
ich im Interesse meiner Nebenmenschen für Hebung und Bele 
bung des Verkehres, für Kultur und Gesittung, für Fortschritt 
und Wissenschaft, nach meinen schwachen Kräften zu leisten 
mir vorgesetzt habe, in Vollführung zu bringen. 
Diess in gedrängter Kürze die fragmentarischen Momente 
meiner bisherigen, so wie die gefassten Pläne meiner zukünf 
tigen Reisen mit deren theilweiser Besprechung ich Ihre Ge 
duld schon ungewöhnlich lange in Anspruch zu nehmen mir 
erlaubte, und ich wiederhole bloss vertrauensvoll die ergebene 
Bitte, mein gewiss aufrichtiges Streben geneigtest berücksich 
tigen zu wollen. 
Herr Regierungsrath Arneth überreicht von einem durch 
ihn herausgegebenen Werke: „Zwei Abhandlungen” die erste 
bis jetzt gedruckte: „Ueber Gymnasial-Studien in Oesterreich.” 
Indem er die denselben von ihm vorgeschickte Vo rer inner ung 
liest, hebt er vor allem einen in Betreff der Gymnasial-Studien 
in Oesterreich noch immer nicht genug beseitigten Ölangel her 
aus, der hauptsächlich darin besteht, dass das classische und 
religiöse Moment zu wenig berücksichtigt werden, und er 
drückte die Hoffnung aus , dass durch diese Abhandlungen zur 
Anerkennung und practischen Einführung derselben beigetragen 
werde. Ein Gedanke, fährt er fort, ist dem Verfasser der 
Abhandlungen besonders eigen, nämlich der, das Studium der 
Classiker einigermassen auch auf die christlichen Urkunden 
auszudehnen. In unserer Zeit fehlt es an nichts so sehr, als 
an grossen sittlichen Charakteren; sie werden aber durch nichts
	        
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