Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 24. Band, (Jahrgang 1857)

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Fri ed rieh M nassen. 
hucusque servavit, in operis principio hanc auctoritatem assumsit 
quam tarnen ipso plenius auctor iste prosequitur ')“• Diplovatac- 
eius hat diese Summa in der Bibliothek der Franciscaner zu Faenza 
noch gesehen, Sarti dagegen, der dies aus Diplovataccius mittheilt, 
hat seihst in der vaticanischen Bibliothek sowohl als anderswo ver 
geblich danach gesucht 2 ). 
S). Den Bemühungen des Herrn Professors K u n s t m a n n in M ü n- 
chen ist es gelungen, die Summa des Johannes Faventinus in der 
dortigen k. Hof- und Staatsbibliothek zuerst wieder aufzn- 
finden. Es war diese Auffindung dadurch wesentlich erschwert, dass 
erst die zweite Vorrede in der von Johannes Andrea bezeichneten 
Weise beginnt. Die Angabe der Anfangsworte, wie sie sich gewöhn 
lich in Handschriftenkatalogen findet, musste daher hier, statt die 
Erkennung zu erleichtern, vielmehr von der rechten Spur abführeu. 
Die Entdeckung dieses in der Glossatorenliteratur eine immerhin 
bedeutende Stelle einnehmenden Werkes ist für die genauere Kennl- 
niss dieser als eine höchst willkommene Bereicherung zu betrachten. 
Die Münchner Handschrift, Cod. lat. 3873 (Aug. eccl. 173) 
rnembr. saec. XIV., enthält auf 136 Blättern unsere Summa voll 
ständig. Die erste Vorrede beginnt mit den Worten: „Cum multa 
super concordia discordantium canonum sint hactenus edita com- 
menta prudentium“, dann folgt die zweite Vorrede, deren Eingang 
Du ran tis für sein Speculum entlehnt hat. Das Werk selbst fängt so 
an: „Tractaturus de jure canonico, quasi altius producto stilo expan- 
dit iter operi incipiens a jure naturali, quod quidem et antiquius est 
tempore et excellentius dignitate.“ Der Commentar erstreckt sich 
über alle Theile des Decrets. Auch zum tractatus de poenitentia, 
den Stephanus Tornacensis, Sicardus Cremonensis und 
Huguccio hei Seite setzen 3 ), ist eine kurze Erläuterung. Die 
1 ) So übereinstimmend in der Ausgabe Rom. 1474 per Leonhard-’ pfliegP et Georg-, 
Lauer und Basil. 1574 ap. Froben. 
2 ) Sarti, P. I, p. 289. 
*) Steph. Tom. Summa Deer. C. XXXIII. q. 3 „Intermisso interim prolixo illo trac- 
tatu de poenitentia transitum facimus ad quartam questionem“. (In München sind 
zwei Handschriften dieser bisher nur in mehreren Pariser Handschriften bekannten 
Summa.) Sicardus Cremonensis übergeht diesen Tractat stillschweigend. Da 
er nach Stephanus Tornacensis und Johannes Faventinus geschrieben hat, wie unten 
gezeigt werden soll, so fällt dies Argument von Sarti, P. II, p. 196 für die An 
nahme, dass der tractatus de poenitentia erst später eingefügt sei. Die sonstigen 
Gründe sehe man Phillips, Bd. 4, S. l;>9. — Wegen Huguccio s. m. u. §. 18.
	        

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