Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 19. Band, (Jahrgang 1856)

Über die handschriftlichen Werke des Padre Francisco Ximenez etc. 181 
dem Osten zurück. Die Chronik, sonst so weitläufig in Beschrei 
bungen, ist äusscrst lückenhaft in der Schilderung des früheren Vater 
landes. Wir erfahren blos, dass im Osten ein grosser und mächtiger 
Herrscher thronte, der Nacxit hiess, und dass die dahin Ausgezoge 
nen, als sie in hohemAlter zum zweiten Male nach ihren neuen Wohn 
sitzen zurückkamen, aus der alten Heimath ihre Priester, ihre Gesetze, 
ihre Götzen, Bilderschrift und Malerei mitbrachten. 
Rasch und riesig muss nun die Bevölkerung zugenommen haben; 
denn wir hören, dass bald nicht mehr die Berge zu zählen waren, 
auf denen sich die Völkerschaften niedergelassen hatten (no eran 
contables los cerros quehahitaron). Das erste Dorf, das sie gründeten, 
hiess (wahrscheinlich zu Ehren ihres Götzen) Hacavitz, das zweite 
Chiquix (Dorn), das dritte Chicha, das vierte Humetaha, das fünfte 
Culba, das sechste Ravinal u. s. w. Ein anderer Volksstamm liess sich 
auf dem Hügel Chi-izmachi nieder, und errichtete daseihst Gebäude 
aus festem Material (de cal y canto). Es gab damals nur drei grosse 
Häuser in Izmachi: Caviquib, Nihaibab und Ahan-quiche, und es 
herrschte weder Neid noch Klage, sondern blos Ruhe und Herzens 
friede unter den Völkern. 
Da geschah es, dass die Könige Cotuha und Yztayul durch das 
Volk der Ilocab bekriegt wurden, welche den Stamm der Quiche’s 
vernichten und allein herrschen wollten (lo que querian, era acabar 
con los quiches, y que eilos solos reynaron). Es entspann sich ein 
langer blutiger Krieg, in welchem die Quiche’s einen glänzenden Sieg 
davontrugen, und damit den Grundstein zur ferneren Macht und Grösse 
ihres Reiches legten. Zum ersten Male werden bei diesen Käm 
pfen die Kriegs gefangenen zu Sclaven gemacht, und ein 
zelne von ihnen vor dem Idol geopfert; der Berg Izmachi wird jetzt 
von den Quiche’s befestigt, und der Götze Tohil von nun an in der 
Stadt selbst gehütet. Gewaltig war die Furcht der grossen und 
kleinen Volkerstämme vor den Quiche’s, als sie ihre Gefangenen zu 
Sclaven machen, sie tödten und der Gottheit opfern sahen. 
Die Herrschaft der Quiche’s dehnte sich von dieser Zeit an immer 
mehr aus; Bevölkerung, Macht und Ansehen nahm immer mehr zu, 
und die drei grossen Häuser, aus denen anfänglich das Reich bestand, 
wurden auf 24 grosse Häuser (casas grandes) vermehrt. Diese neue 
Eintheilung welche in dem Orte Cumarcaah geschah, wird von der 
Chronik sehr umständlich geschildert. Die dabei erwählten Fürsten
	        
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