Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 20. Band, (Jahrgang 1856)

422 
Ernst Diimmler. 
massig zu theilen. Kein Bischof darf die ihm vorgeschriebenen 
Grenzen überschreiten und in einen fremden Sprengel eingreifen. 
Auch der Bischof der Croaten ist wie die übrigen dem gemeinsamen 
Metropoliten von Salona unterworfen und dieser daher berechtigt, für 
die ganze Kirchenprovinz geistliche Amtshandlungen vorzunehmen. 
Wenn dennoch der König mit seinen Zupanen sich dieser Bestimmung 
nicht fügen wollte, so hätte er und sein Bischof die ganze Verant 
wortung zu tragen für etwaige Abweichungen im Dogma, und die 
römische Geistlichkeit wolle hierfür keine Mitschuld auf sich nehmen. 
Einige andere Kanones bezogen sich auf die öffentliche Sittlichkeit 
des noch sehr rohen Volkes; sie verhängten Strafen gegen die häufig 
vorkommenden Ermordungen, verboten das Verstossen der Ehefrauen, 
ausser im Falle der Hurerei, und den Genuss von Kirehengiitern 
durch Laien. Auch die Erziehung 1 ) der Knaben für wissenschaftliche 
Studien, d. h. zur Erlernung der Kirchensprache und des lateinischen 
Bitus wurde besonders anempfohlen und gebilligt 
Nachdem die Synode, d. h. lediglich die römischen Bischöfe mit 
den Legaten alle diese Beschlüsse gefasst, schickte sie dieselben 
durch einen Priester Peter von Spalato zur Genehmigung an den 
Papst 2 ). Aber auch der Bischof Gregor von Nona säumte nicht seine 
vermeintlichen Ansprüche auf den Primat in Dalmatien durch eigene 
Abgesandte in Rom geltend zu machen, und so erfolgte nicht die von 
Seiten der Römer erwartete und gewünschte Antwort, sondern 
Johann X. forderte vielmehr im Jahre 926 den Erzbischof Johann von 
Spalato auf 3 ), entweder in eigener Person mit seinemGegner in Rom 
zu erscheinen, oder einen Suffragan als Bevollmächtigten zu senden, 
*) Can. XIV . . ut liaeredes suos servos suos liiterate (corr.-rarum) studiis 
tradant, quicumque christianitatem perfectam habere cupiunt. Ut Uli eos 
(sc. discipulos) instanter corripiant et ipsi eos (sc. magistros s. presbyteros) 
libenter exaudiani, non ut peregrinos sed ut proprios. 
2 ) F a r I a t i III, 97: cuncta per ordinem sancta synodus Romano pontifici confir- 
manda per dictos suos legatos episcopos et Petrum presbyterum Spalatensem 
insertis litteris nuntiare decrevit. 
3 ) Farlati 111,101. Er spricht von der maxima murmuratio,-die slch in dem Synodal 
schreiben zeigte und schliesst: Sed quia minime res praelibata tumultuantibus 
vobis flniri valuit, nihil dignum religionis ccclesiastica dogmata sumere potuit, 
in welchen Worten man den Einfluss der einseitigen und parteiischen Darstellung 
des Bischofs von Nona erkennt: f/ui sibi vindicare cupiens primatum Dalma- 
tiarum episcoporum, hoc quod non expediebat contra dictam synodum in 
aurihus apostolicis iniustum iniecit certarhen (Farlati 111,97).
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.