Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 165. Band, (Jahrgang 1910)

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V. Abhandlung: Peitz. 
klar und richtig' zum Ausdruck gebracht. 1 Tatsächlich wissen 
wir wenigstens für spätere Zeit, daß ein einziger Registrator 
für die Führung bestimmter Register zu sorgen hatte. 2 Es ist 
nicht sehr wahrscheinlich, daß bei den viel einfacheren und 
noch nicht durch das später maßlos um sich greifende, aus 
gedehnte Suppliken- und Provisionswesen komplizierten Ver 
hältnissen eines früheren Zeitabschnittes einer Mehrzahl von 
Reamten die Register führ ung wäre anvertraut gewesen. Der 
Fehler Denifles ist, es sei im Interesse der Sache wiederholt 
bemerkt, ein prinzipieller und methodischer: aus der Art der 
uns vorliegenden Register, soweit wir sie als Originale nach 
zuweisen vermögen, haben wir durch möglichst vollständige 
Induktion die Verhältnisse der päpstlichen Kanzlei und ihre 
Geschäftsgebarung zu erschließen; es ist unstatthaft, diese. 
Untersuchungen statt der Synthese einer Analyse unterstellen 
zu wollen. 
Wenn Denifle weiter darauf hinweist, daß in den päpst 
lichen Registerbänden aus der Zeit Innozenz III. und seiner 
Nachfolger sogar mitten in Rriefen ein Wechsel der Tinte ,zu 
ersichtlich 1 ist, so habe ich aus dem Register Gregors VII. 
bereits zwei Fälle angegeben, in denen ein derartiger Wechsel 
mitten in einem Briefe sich zeigt. Aber diese beiden verein 
zelten Fälle werden das durch den Eefund der Handschrift 
1 A. a. 0. 535. 
2 F. Ehrle, Historia -Bibliothecae Pomanorum Pontißcum tum Bonifatianae 
tum Avenionensis I (Romae 1890) 283 Nr. 26 aus der JRecensio librorum 
1369 in palatio Avenionensi asservatorum. Auf die Bedeutung dieser Stelle 
hat E. Göller unter Heranziehung anderweitiger Belege aufmerksam 
gemacht: Aus der Kanzlei dev Päpste und ihrer Legaten (Quellen und 
Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken, herausgegeben 
vom k. preuß. Histor. Institut in Rom X 1907) 311—12. Die Notiz be 
zieht sich allerdings auf den verantwortlichen ,Registrator*, der nicht 
notwendig mit dem Registerschreiber identisch zu sein brauchte, worauf 
Herr Prof. v. Ottenthal mich aufmerksam machte. Später gab es natür 
lich bei der stets schwellenden Masse von päpstlichen Registerbüchern 
— der dreijährige Pontifikat Kalixt’ III. zählt allein gegen 100 Bände; 
vgl. J. Stein, Calixte III et la Comete de Halley (Specola Astronomica 
Vaticana II Roma 1909) 15 — ein ganzes Korpus der päpstlichen Re 
gistratoren. Vgl. M. Tangl, Pie päpstlichen Kanzleiordnungen von 1200 
—1500 (Innsbruck 1894) passim. G. C(ugnoni) im Arch. Soc. Rom. IV
	        

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