Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 165. Band, (Jahrgang 1910)

Zur Formenlehre des Mehri. 
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Stücken Müllers (Bittner, zur Stelle) heißt mlek ja auch ,Engel' 
und mit Bittner anzunehmen, daß der Mehriübersetzer so 
konsequent nach melelc ,König' (Müller I. 7, 25. '8, 5) auch 
(Müller, 1. c. p. 31—34) mißverstanden und mit m(e)leh 
(statt molek) verwechselt hätte, ist m. E. nicht gut tunlich. 
Höchstens hat, wie ich schon oben angedeutet habe, in den 
neueren Sprachen und Dialekten (Shauri, Mehri, Dfarl milik 
bzw. mlelc, bzw. milk) das obsolete Wort für ,König' (dafür 
das auch nicht alltägliche für ,Engel' verdrängt 
bzw. substituiert, 1 und zwar nicht mehr bloß individuell, 
sondern in ziemlich weitem Umfange! 
Zu § 24 nomen unitatis, vgl. weiter unten zu § 33. 
Zu § 26 Demiuutiva. Die hier angeführten nom. demin. 
tawafel, gawadel, qawaleb, qawutel sind wohl nicht als qawtdl- 
sondern als Formen anzusetzen, also wie von JMü ge 
bildet, in welches ja jAs : J.iA > täfel, (*jAa >) gädel, tMs > 
qäleb übergeht. 2 qawutel ,kurzer Blick' wird von qeytel gebildet, 
und zwar über *quyaytil wie 'uydynat > c uwdynat usf. usf., 
Brockelmann, p. 189 0. 3 — Infolge Ultimabetonung ist der 
Diphthong ai kontrahiert und verkürzt, und zwar zu a(e), wie 
in dem Bittner p. 10, § 4b Anm. 2 erwähnten Falle; in 
qaioutel sogar zu u (nach w). 
Zu § 27. Hier liegen zum Teil Deminutiva mit doppelter 
Bildung 4 vor: jAsi + an : wuqaten nicht < cu'si, + en sondern 
< ebenso suwanot = für einfach demin. 
zu ä.eLA. 
Daß die Deminutivendung an (vgl. Brockelmann § 217) 
im Mehri zu en 5 wird, wenn sie nicht wie in suwanot (von 
ult. £) aus leicht erklärlichen Ursachen an, an bleibt, aber 
niemals zu ön (vgl. das Hebr.) sich verdunkelt, dürfte wohl 
1 Was die Sprache in der Substitution einander ähnlicher, nicht fest 
sitzender Klangbilder leistet, zeigt leider so oft der Gebrauch der 
Fremdwörter. Dabei können die Vorstellungen (von den Dingen), die 
bezeichnet sein wollen, sehr genau und klar sein. 
2 Bittner, p. 15, Z. 12 f. 
3 Gerade dieses Beispiel ist ein Beweis für qutayl zur Bildung von Demin., 
da sonst die Assimilation y > w unbegreiflich wäre. 
4 Vgl. D. H. Müller in ZDMG. LVIII. 784. 
5 Soq. en, Müller, a. a. O.
	        

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