Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 15. Band, (Jahrgang 1855)

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Joseph Bergmann. 
„Reise in die österreichischen Provinzen Italiens. Regenshurg 1806“ 
von S. 151 his 160 auszugsweise 784 Wörter nach Materien in der 
selben Ordnung mit J ). Das Manuscript des ungedruckten Vocabo- 
lario Cimbrico universale von demselben gelehrten Abbate dal 
Pozzo verwahrt die Raron v. Mazzetti’sche Sammlung in Trient. In 
den letzten Decenriien trug Angelo Costa in Asiago mit allem 
möglichen Fleisse eincimbrisch sein sollendes Vocabolario zusammen, 
das aber zur Drucklegung nicht geeignet ist (S. 69). 
Diese Männer waren der deutschen Schriftsprache zu wenig 
kundig und der älteren deutschen Sprache, auf deren Kenntniss es 
hier ganz vorzüglich ankommt, völlig unkundig, mit Ausnahme dal 
Pozzo’s, der ein paar Jahre in dem damals noch mehr deutschen 
Trient studirt hatte, die Glossarien von Wächter, Scherz und Ihre, 
wie aus den Citaten in seinem Werke erhellet, kannte und an viel 
seitiger Gelehrsamkeit und literarischem Briefwechsel die genannten 
Landsleute weit übertraf. Schmeller, der gründlichste Kenner 
der süddeutschen Mundarten, wusste in der Fülle seiner Kenntnisse 
des Mittel- und Althochdeutschen den seltenem Wörtern ihre Wiege 
in unserer älteren Sprache nachzuweisen, und hinterliess uns in 
dieser so mühsamen, vieljährigen Arbeit einen Schatz den kein 
Anderer mit solcher Meisterschaft zu heben vermochte. 
X. 
Literatur. 
Da die Literatur der Cimbern nichts Volkswüchsiges, wie ich 
S. 92 andeutete, sondern nur künstliche Producte von gelehrten und 
geschulten Männern besitzt, so wollen wir diese in chronologischer 
Ordnung aufzählen und Sprach prob en zur leichteren Benützung 
des Schmeller’schen Wörterbuches demselben voranschicken. 
Herr Pfarrer Giuseppe Bonomo, Sclimeller’s und unser 
Correspondent, der an dieser mühevollen Arbeit durch seine Beiträge 
und die Durchsicht nach deren Vollendung wesentlichen Antheil hat, 
setzt in seinem Schreiben vom 23. Jänner 1855 an mich an erster 
Stelle den alten, aus unbekannter Quelle geschöpften, von Mund zu 
1 ) Graf von Sternberg sagt daselbst: Mitgetheilt von Herrn Gaetano Rigoni in 
Asiago, wohl richtiger von A n g e 1 o Rigoni, dein so eben genannten nachherigen 
Herausgeber desselben, der damals ein junger Mann von 24 Jahren war.
	        
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