Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 153. Band, (Jahrgang 1906)

Semitica. 
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Mitteis führt den Gedanken weiter aus, verweist auf 
einige Stellen bei den griechischen Naturphilosophen und be 
merkt in einer Note (S. 327): ,Irrig hält Diod. Sic. I, 80 diese 
Idee für eine ägyptische . . . Da vielmehr ein Ansatz zu jener 
Vorstellung sich auch bei den Indern findet . . dieselbe da 
her für eine indogermanische zu halten ist'. 
Zunächst möchte ich die Bemerkung machen, daß mir 
der Ausdruck ,reiner Samen' nicht ganz sicher ist. Im syrischen 
Text L. heißt es allerdings das aber eine Verschreibung 
aus ,männlich' sein kann. Als Gegensatz steht in der 
Tat das Geschlecht der Weiber. Im syrischen Text P. fehlt 
diese Stelle überhaupt und es heißt nur kurz: ,Wenn aber 
keine Männer da sind, dann erben die Weiber'. 1 Freilich 
laßt sich dagegen einwenden, daß auch das Arabische und 
Armenische an dieser Stelle ,rein' haben, aber diese arabischen 
und armenischen Versionen gehen, wie Sachau in bezug auf 
das Arabische evident und in bezug auf das Armenische mit 
einem hohen Grad von Wahrscheinlichkeit 2 bewiesen hat, auf 
L. zurück, allerdings nicht auf die vorliegende Form von L., 
sondern auf ein älteres Original desselben. Der Schreibfehler 
K’3“i für ünsi muß — wenn er einer ist — allerdings alt sein. 
Ist so nach der einen Seite der ,reine Samen' mindestens 
zweifelhaft geworden, so findet er sich in den griechischen 
Quellen, die Mitteis zitiert, überhaupt nicht. 
Die von Mitteis angeführten Stellen wurden von meinem 
verehrten Freunde, Prof. Karl Wessely untersucht, der mir die 
Resultate seiner Untersuchung gütigst zur Verfügung gestellt 
hat. Ich werde sie hier kurz mitteilen: 
,Galenus Spot tarptv.o!, zitiert aus dem XIX. Bd. der Medi- 
coruin graecorum opera, zugleich Galen. Bd. XIX, p.449, Kuhn 
(Leipzig 1830). § 439 handelt über die Ausscheidung des 
Samens, wobei die Ansichten von Plato, Diokles, Praxagoras, 
Demokrit, Hippokrates und Asklepiades über das Wesen des 
1 U-önj ,Jo. 
1 Eine erneuerte Prüfung des armenischen Textes, die mein Kollege 
Prof. Bittner, auf meinen Wunsch unternahm, hat in mir die Überzeugung 
befestigt, daß der Text der armenischen Version nach dem syrischen 
angefertigt worden ist, was ja auch mit der Ansicht Sachaus überein 
stimmt.
	        

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