Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 148. Band, (Jahrgang 1904)

Epilegoraena zur Wiener Ausgabe der Altercatio lagis inter Simonem etc. 
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auf dem Berge Sinai und (am dritten Tage erschien auch) 
Jonas (wieder am Tageslicht), um zum Zwecke der Predigt zu 
den Niniviten gesandt zu werden, was ein Vorbild Christi dar 
stellte usw. Nach Mitius 1 hat die Auffassung der alttestament- 
lichen Jonas-Erzählung ihre Geschichte gehabt. In frühchrist 
licher Zeit führt sie das selbständige Dasein eines historischen 
Bürgen für die göttliche Befreiung vom Tode. Später 1 , als man 
es nach Matth. 12, 38—41 erwarten möchte, nämlich erst im 
4. Jahrhundert, wird sie ,aus einem Garanten der Rettung 
zu einem Typus des Retters'. Unter denen, welche dem 
neuen Gedanken nachgehen, befindet sich in erster Linie 
Augustinus, der bis ins einzelne nach Parallelen im Typus 
und Antitypus sucht. Nun ist der Leib des Walfisches das 
Symbol des Grabes, der Todestiefe, des Hades, wohin Christus 
niederstieg, während Irenaeus 2 mehr referierend noch sagt, 
(kt. Tioväg sv tw ßvdäi QUpslg . . . erwog nähr s^snzva9-rj rf] yfj 
KshevosL 9eov. 
39, 1 füge ich mit RCV dicit dominus ein. Denn diese 
drei Zeugen haben im allgemeinen die Tendenz zu kürzen, B 
aber läßt nur versehentlich aus. 
39, 5 — 40, 1. Die Allegorie über uinum (= jpassio) 39, 5 
verführt den Verfasser, noch einige Stellen über das Leiden 
Christi einzuflicken, die in den vorliegenden, bereits die Er 
höhung Christi behandelnden Zusammenhang gar nicht mehr 
hineingehören, die er aber wegen Cypr., Test. II, 23 nicht 
missen wollte. 
39, 11. Im Anschluß an B habe ich wegen dessen all 
gemeiner Güte taedium tenuit geschrieben. Aber taediauit (LXX: 
äirs'/.äm](jev), was die Vorlage von li gewollt zu haben scheint 
und was dem taeduit bei Irenaeus, Adu. haer. IV, 33 (ed. Harvey 
II, 267), Cyprian, Test. II, 23 und Lactanz, Inst. IV, 19 parallel 
läuft, ist der Berücksichtigung wert. Das unziale, ohne Spa 
tium geschriebene et.e(s)tuabit E (vgl. 25, 4) ähnelt nämlich 
dem unzialen tediabit (== taediauit) in der Weise, daß das 
eine sich aus dem anderen, besonders wenn dies andere un- 
1 0. Mitius, Jonas auf den Denkmälern des christlichen Altertums, (in 
J. Fickers Archäol. Studien, Heft 4), 1897, S. 7. 
2 Vgl. Mitius, a. a. 0., S. 6, Anm. 2.
	        
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