Full text: Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 144. Band, (Jahrgang 1902)

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VII. Abhandlung: Musil. 
langen, dünnen, weissen Mantel. Hinter ihr befindet sich die 
oben erwähnte zweite Säule, welche noch in der Umzäunung 
steht. Von derselben zieht sich ein Bogen zu einer dritten 
Säule, und unter dem Bogen ist zwischen beiden Capitälen ein 
niedriges Gitterwerk, hinter welchem eine Frau zu dem Teiche 
herabschaut. Der Sockel der dritten Säule ruht auf einer 
Mauer, welche sich gegen SO verlängert und die ganze An 
lage abzusperren scheint. 
Nördlich, gleich hinter dieser Mauer, nicht weit von der 
Halle steht ein wannenartiges Gefäss, und hinter demselben ein 
junger Mann, dessen weisses Kleid nur den Unterleib bedeckt, 
nach N geneigt', die ausgebreiteten Arme hoch erhoben. Vor 
ihm, noch tiefer als er neigt sich ein nackter, nur mit einer 
Lendenschürze bekleideter Sklave gegen N und scheint in den 
ausgestreckten Händen ein Rauchgefäss zu halten. Ueber ihm 
steht rechts auf einer schwarzen Wolke ein nacktes junges Weib. 
Westlich (rechts) von ihr steht mit erhobenen ausgebreiteten 
Armen ein schwarzer Mann, das Weib anbetend; noch weiter, 
gegen das Ende der Wand zu, ein Mann mit affenartigem Ge 
sicht und Fledermausflügeln; seine Hand ist geballt und zum 
Schlage erhoben. Er fliegt mit einer anderen ähnlichen Gestalt 
gegen N in die dunkle finstere Nacht hin, während über das 
junge Weib rüthliches Licht ausgegossen zu sein scheint. 
Ueber diesem Gemälde befindet sich, durch einen breiten 
Streifen getrennt, ein zweites, fast ebenso bi’eites Bild, — eine 
Jagd auf wilde Esel — hmär äl-wahs darstellend. Einige Männer 
hetzen (S-Ende) lange, flinke Windhunde auf ungefähr sieben 
oder acht wilde Esel, die vor ihnen in schönster Bewegung 
nach N fliehen. Einige Reiter trachten ihnen den Weg nach W 
abzuschneiden und treiben sie gegen N in eine Falle d. h. in 
eine aus starken Zweigen errichtete Umzäunung mit einem 
einzigen breiten Eingänge, welcher durch lange Stangen leicht 
zu sperren ist. Bei diesen Stangen kauern versteckt zwei Männer. 
(Undeutlich.) 
Auf diesen Streifen folgt ein neuer, dessen Gemälde, einige 
gespenstartige, auf mageren Pferden dahinjagende Gestalten, aber 
durch Feuer und Wasser — in der Wölbung zersprungen (W) 
zerstört sind; denn Wasser zersetzt den Kalkstein, und etwa noch 
vorhandene Gemälde sind durch Rauch unkenntlich geworden.
	        
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