Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 144. Band, (Jahrgang 1902)

lynsejr *amra und andere Schlösser östlich von Moab. 
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Gewölbe führte man einen 087 m breiten Sockel auf, auf 
welchem man nach je 4 m Entfernung eine Säule von 04 m 
Durchmesser errichtete. Die Säulen bestanden aus mehreren 
Stücken und waren an den Capitalen mit Lilien, Weinreben, 
Palmblättern etc. kunstvoll geschmückt. 
Diese Anlage mit ihrer im Osten offenen Säulenhalle er 
innerte mich lebhaft an hirbet fafüma (Ä-ojLi bei ed-dejr 
in wadi mfisa (Petra). 
Die Wände der Gewölbe waren mit Mörtel angeworfen 
und dieser Anwurf mit verschiedenen Querschnitten versehen, 
damit der feinere Kalkverputz einen besseren Halt bekomme. 
Den nämlichen Anwurf und die nämlichen Querschnitte fand 
ich auch in kasr ät-tüba und in k"sejr ‘amra. 
Die Verzierung einer Steinplatte, einen Kreis von 30 cm? 
Durchmesser darstellend, von welchem sich in Relief ein Kreuz 
abhebt, zwischen dessen Armen wieder kleinere Kreise als 
Ornamente angebracht sind, legt den Schluss nahe, dass hier 
einst Christen wohnten. Jetzt dient das Schloss, desgleichen 
auch seine nächste Umgebung den Sbur als Begräbnisstätte. 
— Der südliche und südöstliche Abhang des Hügels enthält sehr 
viele zwiebelförmige Cisternen, die zahllosen Tauben als Auf 
enthaltsort dienen. 
Westlich, etwa 140 m von dem Schlosse entfernt, be 
merkten wir einige Häuser, und etwas weiter gegen SW eine 
Anzahl Höhlen, wie sie die Hirten suchen und gerne benützen. 
Gegen SSO, am Fusse des Hügels, befindet sich ein Teich, der 
34 m lang (0—W) und 31'5m? bi’eit ist. Die Umfassungsmauer 
hat bei einer Stärke von L9 m einen Kern aus Schutt und 
Erde; an ihrer NW- und SW-Ecke waren Treppen angebracht. 
— Etliche Meter südsüdöstlich von dem Teiche steht ein 
13’5??i langer (N—S) und 13'26mi breiter Gebäuderest, welcher 
drei Räume umfasst, die von gleicher Breite (3'42 m) sind. Der 
Mittelraum war von den Seitenräumen durch je 9, 0'9 m dicke 
Pfeiler getrennt, so zwar, dass zwischen den einzelnen Pfeilern 
ein Zwischenraum von 1 '08 m blieb. Das runde Gewölbe des 
Mittelraumes hat sich erhalten (Fig. 5), jene der Seitenräume 
sind eingestürzt. Die Aussenwände derselben sind nur 60 cm 
stark und mit schmalen Fenstern versehen. Es wollte mir 
scheinen, als ob den südlichen Abschluss des Mittelraumes
	        
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