Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 144. Band, (Jahrgang 1902)

VII. Abhundlung: Musil. 
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hei äl-msatta in die Haggebene. Oestlich von dem unteren Lauf 
des wädi al-mutäbba zieht sieh dann von NO gegen SSW der 
Hügelzug al-lusejen 
Von al-msath aus konnten wir unsere Verfolger nicht mehr 
erblicken; sie hatten sich wieder zurückgezogen, weil es den 
Shiir. deren Lager, wie sie wohl wussten, sich in der Nähe befand, 
ein Leichtes sein musste, mit ihren frischen Thieren sie ein- 
zuholen. Um 3 Uhr trafen wir auf äl-msath die ersten Sljür-Zelto 
und sahen einen kleinen Reiterhaufen soeben das Lager ver 
lassen, um die Köm-Truppe zu verfolgen. Al-msath geht hier 
in die breite Hochebene dl-genäb (>_>LJU) über, welche den 
Shur eben als Lagerplatz diente. AVir ritten über s / 4 Stunden 
zwischen den Zelten hin, ehe wir das Zelt Häjels erreichten. 
Die Lufttemperatur betrug im Zelte 30” C, und mein 
Barometer zeigte die Höhe von 810 m. 
Im Lager wurde ich als alter Bekannter und Freund 
von allen aufs Herzlichste willkommen geheissen. Hierauf theilten 
sie mir sogleich mit, dass sie vorgestern von einem Raubzuge 
zurückgekclirt seien, in welchem sie viele Kameele erbeutet 
und keinen einzigen Manu verloren hätten; einige aber seien 
verwundet worden, und diesen möge ich nun meine Hilfe an 
gedeihen lassen. Am Abend wohnte ich den Berathungen über 
den demnächst zu unternehmenden Kriegszug bei, und am fol 
genden Tage beschäftigte ich mich mit ethnographischen Auf 
zeichnungen und Krankenbesuchen. 
Nachmittags besuchte ich mit ILijel die 2 Stunden 13 Mi 
nuten entfernt liegende Ruine äl-mwakkar (^-<2') (Richtung 
NNAV). Das Schloss krönt den Gipfel eines Hügels der gleich 
namigen, von W nach 0 sich hin ziehenden Gebirgskette und hat 
eine Länge (N—S) von 48 m und eine Breite von 32 m. Die 
Alauern haben eine Stärke von 1T5 m, sind jedoch grössten- 
tlieils schon zerstört, mit Ausnahme eines kleinen Theiles in 
der nordöstlichen Ecke. Das Tlaupttlior befand sich in der 
östlichen Hälfte der Nordseite. Der gegen Osten gerichtete 
Theil des Schlosses ruht auf massiven Gewölben. AVeil der 
Boden auf dieser Seite niedriger war, erbaute man nämlich aus 
Hausteinen längliche, 3'7 2 to breite und über 2 in hohe Kam 
mern, die durch starke Mauern von einander getrennt und mit 
starken Gewölben überdacht waren. Am östlichen Rande dieser
	        

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