Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 134. Band, (Jahrgang 1896)

TJeber den Rhythmus im Chinesischen. 
45 
ein für allemal an die fixe metrische Form gebundenen, hin 
gewiesen werden, im Gegensatz zu dem strengen Rhythmus 
der Prosa, der allein von den Gedankenverhältnissen vor 
geschrieben wird. Hiezu genügt ein oder das andere Beispiel. 
Nehmen wir eines der Gedichte, dessen Verse aus fünf 
Worten bestehen ( und zwar von den 
verkürzten fünffüssigen (Quinarii recisi). 
Id Jüi K! P0 
$ JH ® % 
k m 9» % & 
tshiin mein 
tshnn mein be 1 gjo 1 hjäo 
tshe tshe en ti nldo 
ie lai feng li sheng 
hä Io" dshl dö shäo. 
Hierin haben wir folgende Vertheilung von Ping und Tse: 
w — w 
Zottoli äussert sich über diese Strophenform in folgender 
Weise: 
,Was das Metrum / F»J pH anbelangt, so ist die alte und 
neue Form vor Allem zu unterscheiden. Die erste hat den 
fünf und siebenfüssigen alten Vers, in denen der Reim echt 
(oder unecht ( JJ\) sein kann, die Accente aber unter 
liegen. keinem anderen Gesetz, als dass in demselben Verse 
nicht alle unter sich gleich sein können. Die neuere Form 
umfasst die verkürzten fünf- oder siebenfüssigen, die normalen 
und die verlängerten, deren Gesetz ist: In den fünffüssigen 
sollen die Accente also vertheilt sein: 
^ 
_ _ ^ w _ (Reim) 
_ U _ - ~ ~ 
w [_] v ^ _ _ (Reim) 
oder umgekehrt: 
_kl,_ ~ ~ 
^ _ _ (Reim) 
_ _ ^ ^ _ (Reim) 
1 Zottoli 1. c. ]j. 438.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.