Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 118. Band, (Jahrgang 1889)

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VII. Abhandlung: Zeissberg. 
mit diesen Betrachtungen den sehnlichsten Wunsch, dass solchen 
verderblichen Folgen noch bei Zeiten zuvorgekommen werden 
möge, und wolle daher zu allen den Gegenstand abkürzenden 
Mitteln sehr gerne seine' Zustimmung geben. Nun folgte die 
kur böhmische Erklärung, die für den erkrankten Breuner 
der kurtrierische Comitiale Lincker abgab, obgleich ihn Strauss, 
dem er sie zuvor mitgetheilt, bat, dieselbe zu umgehen oder 
doch zu modificiren. Sie lautete dahin: ,dass man für jetzt 
noch ausser Stande sei, die königl. kurböhmische Abstimmung 
zu Protokoll zu geben, viel weniger zur Ziehung eines Con- 
clusi mitzuwirken; man könne sich übrigens die Möglichkeit 
nicht vorstellen, dass das vortreffliche Directorium die dies 
seitige ausgezeichnete Willfährigkeit, womit man zu dem ge 
wonnenen beispiellos kurzen Verlass mitgewirkt hat, nun dahin 
benutzen werde, dass im kurfürstlichen Collegio ein so wesent 
lich bei der Sache betheiligter erhabener Reichsstand wie Kur 
böhmen, welches bis jetzt zur Vertheidigung des Reiches Alles 
aufgeopfert hat, und im fürstlichen Collegio mehrere angesehene 
Stände ihres Stimmrechtes in einer so hochwichtigen vaterlän 
dischen Angelegenheit beraubt werden sollten, oder dass man 
es auf eine förmliche und feierliche Protestation wider jeden 
Vorschritt zum Abschlüsse ohne die diesseitige Abstimmung 
wolle ankommen lassen 4 . Kurpfalz bemerkte, dass die kur 
fürstliche Durchlaucht schon mehrmals ihrem sehnlichsten 
Wunsche nach einem ,baldigen annehmlichen und constitutio- 
nellen Frieden 4 Ausdruck gegeben habe und daher zu baldiger 
Schlussfassung gern mitwirken wolle. Kursachsen berief 
sich auf seine früheren Voten und sprach die Hoffnung aus, 
dass einstweilen ,in der nächsten Session 4 ein gemeinschaftlicher 
Schluss über das, was die vorbereitenden Einleitungen der 
Friedensunterhandlungen angehe, gefasst und hiernach ein 
Reichsgutachten erstattet werden würde. Kurbrandenburg 
trat unter Beziehung auf seine am 1. und 5. zu Protokoll ge 
gebenen Aeusserungen und mit der abermaligen Versicherung 
und dem Wunsche, dem gesammten deutschen Vaterlande 
mit Vermeidung jeder Scission und ungetheilt zur Erhaltung 
seiner Verfassung und Integrität bei dem jedöch ohne Zeit 
verlust anzugehenden Friedensgeschäfte beförderlich sein zu 
können, ebenfalls der Erklärung und dem Anträge Kurcülus
	        
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