Full text: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 104. Band, (Jahrgang 1883)

Zur Priisensbilthing im Romanischen. 
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Zu Apfelstedt’s Erörterungen fügt Förster Einiges hinzu: 
betreffs des Materials ,vielleicht manjoise manjoust (= -oist) in 
liiolb; betreffs der Deutung sieht er als eine andere Möglich 
keit Anbildung an voise (dial. voisse) an; also, wenn auch weniger 
entschieden, wie Willenberg. Diese Yermuthung hat wenig für 
sich; nicht so sehr weil man zur Nebenform mit -ss- greifen 
muss (voise ist selbst eine Nebenform, die eine starke Concur- 
rentin an der Bildung aus al- hat), sondern weil man sich 
umsonst fragt, wo denn die nähere spinta analogica (um mit 
Ascoli zu reden) läge. 
Ebenso wenig wie Apfelstedt kann ich mich mit Bon- 
nardot’s Erklärung aus -escavi befreunden. Sie ist dessbalb 
nicht haltbar, weil man nicht ein einziges Verbum, von welchem 
der angegebene analogische Vorgang ausgegangen wäre, nach- 
weisen kann. Wo ist in der Tkat das franz. Verbum, welches 
einen silbebildenden primitiven Stamm -f- -esc- aufwiese? *Flor- 
esc-am ist floriscam; crescam entspricht der Formel nicht genau. 
Uebrigens scheint Bonnardot, wie wir gleich sehen werden, 
seine Meinung aufgegeben zu haben. 
Indessen lässt sich -oice -oisse (immer vorausgesetzt, was 
zweifellos erscheint, dass es eine secundäre Form von -oie sei) 
in sehr einfacher Weise als eine der zahlreichen Bildungen 
mit -ce erklären, welche im Nordosteil begegnen. Wie z. B. 
im lotkr. Gregor über Ezechiel ed. Hofmann freies renece hu- 
melice, so wohl auch otroice guerroice und eben so amoice abitoice. 
Hiob’s -oust, d. b. -oist, deckt sich dann genau mit warst = 
warcet, freist — preicet u. s. w. 
Verwendung der Inchoativilexion ist für eine andere 
Conjunctivbildung behauptet worden. In picardischen und 
wallonischen Denkmälern begegnet man nämlich vielfach einem 
Präs. Conj., vorerst der A-Conjug., in welchem vor den ton 
losen Endungen sich -ech- (-ec-) eingeschoben findet. Der 
erste, der darauf aufmerksam machte, ist meines Wissens A. 
Scheler in seiner Recension des Livre des mestiers ed. Michelant 
(Jahrb. XIV, 441). Es finden sich da folgende Belege: quelle 
char voles que je vous acateche?; di au fevre qu’il metche le 
cheval les broies ains qu’il ne[l] bouteclie ou travail; a ben a 
faire qu’eile wangueche; il faurra qu’il le boyve meismes (sein 
Sitzungsbor. d. phil.-hist. CI. CIV. Bd. I. Hft. 4
	        

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