Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Siegfried R e i s s e k. 
Schwimmblasenfläche, mit Ausnahme der Längsbiriden, gleichmässig 
verbreitet. Da die Schwimmblase somit nur rothes Blut erhält, und 
schwarzes in das Körpervenensystem zuriickschickt, so ist ihre Func 
tion gewiss keine respiratorische. 
Am Schlüsse der Abhandlung folgen einige Bemerkungen über 
die grosse Unwahrscheinlichkeit, wenn nicht Unmöglichkeit, des für 
die Ganoiden von Owen zugegebenen Luftschluckens, und eine vor 
läufige Anzeige, dass der Verfasser bei Lepidosteus und Polypterus 
so eben wahre Peritonealcanäle (paarige Mündungen der sonst ge 
schlossenen Peritonealhöhle an den Seiten des Afters), wie sie bisher 
nur bei den Plagiostomen und Stören bekannt waren, aufgefun 
den bat. 
Untersuchungen über die Fäulniss der Mohrrüben. 
Von dem corr. M. Dr. Siegfried Heissek. 
Tafel II. 
Die Mohrrüben sind in den letzten Jahren in vielen Theilen 
Europa’s von einem ähnlichen Leiden wie die Kartoffeln, Runkel 
rüben, Steckrüben und andere Wurzelgewächse befallen worden. 
In dem abgelaufenen Jahre bat sich die Fäule bei uns zu Lande 
häufiger als früher gezeigt und zur näheren Untersuchung angeregt. 
Die Resultate einer solchen Untersuchung theile ich im Nach 
stehenden mit. 
Zum besseren Verständnisse der Erscheinungen, welche bei der 
Fäule eintreten, ist es nöthig, einen Blick auf die normalen Verhält 
nisse des Gewebes der Mohrrübe zu werfen. Da die Fäule in der Me 
tamorphose der Zelle begründet ist, muss die Beobachtung auch 
von der gesunden Zelle ausgeben. Das Gewebe der gesunden 
Mohrrübe besteht durchweg aus dünnwandigen, saftigen Zellen, 
Fig. 1—4. Gefässbündel sind, wie überhaupt bei saftigen Wurzeln, 
nur in geringerer Mächtigkeit da. Zwischen den Zellen befinden 
sich zahlreiche, kleine Intercellular-Räume, welche, besonders in der 
Rindenschichte, zwischen den meisten Zellen Vorkommen, Fig. 1, B. 
Die Zellform variirt in den verschiedenen Schichten. Zuerst findet 
sich in der Epidermis eine mehrfache Lage tafelförmiger, enger 
Zellen, Fig. 1, A; hierauf folgen allmählich erweiterte Zellen, B, 
welche in der, Tiefe an Grösse zunehmen, Fig. 2. Im Holzkörper 
und in der Nähe der Gefässbündel sieht man langgestreckte Zellen,
	        

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