Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Doppler. Bemerkungen zu dem Aufsatze: 
Bewegung die Schwingungsdauer eine constante, weder von der 
Dichte des Mittels noch von der in demselben sonst noch vorhandenen 
Strömungen abhängige Grösse sei.” — Es kann mir, so wie sicher 
lich Niemandem beifallen, die Richtigkeit seiner Argumentation, ja 
selbst die Richtigkeit seiner endlichen Schlussfolgerung bezweifeln 
zu wollen, in soferne sich diese Deduction nur auf den rein objec- 
tiven innern oder mechanischen Vorgang selber beschränken sollte. 
Wo dies beabsichtigt wird, da verbieten es ein für allemal die 
scharfe Auffassung des beabsichtigten Zweckes, die Gefahr einer 
möglichen Missdeutung, so wie endlich die streng wissenschaftliche 
Consequenz überhaupt, die nur correlativen, nicht aber einfach sub- 
stituirbaren Begriffe von Ton und Farbe, welche sich bloss auf Em 
pfindungen beziehen, mit jenen von Schwingungszahl oder reciproker 
Schwingungsdauer zu identificiren, ja auch nur überhaupt diese 
Worte im Contexte irgendwo zu gebrauchen; da ja eben dieser 
Unterschied zwischen subjectiver Empfindung und objectivem Sach 
verhalte, wie man sogleich sehen wird, einerseits behauptet, ander 
seits geläugnet wird. Geschieht nun nichts destoweniger eine solche 
ungerechtfertigte Verwechslung dieser heterogenen Begriffe fort 
während im Verlaufe der betreffenden Deduction, so ist nur einer der 
beiden Fälle denkbar, nämlich: entweder ist dem Verfasser das er 
wähnte Theorem von dem Einflüsse der Bewegung auf Ton- und 
Farbempfindung ganz und gar unbekannt, oder aber es hält derselbe 
diese Ansicht, eben weil er sie absichtlich ignorirt, für unrichtig und 
falsch. — Dies angewendet auf unseren vorliegenden Fall, muss 
vorerst gesagt werden, dass in des Herrn Verfassers Abhandlung in 
der That eine solche Hintanhaltung und Abweisung der Begriffe, „Ton 
und Farbe” nirgends zu bemerken ist, vielmehr diese mit jenen von 
Schwingungszahl und reciproker Schwingungsdauer allerwärts 
identificirt erscheinen. (S. 142, Seite 143 u. s. w.)— Da nun 
weiters nicht angenommen werden kann, dass dem Herrn Verfasser 
meine dieslallsigen Ansichten unbekannt gewesen sein konnten, da 
ja selbst an diesem Orte bereits schon mehrmals davon ausführlich 
die Rede war: so erübriget sofort nichts mehr, als anzunehmen, dass 
derselbe die Richtigkeit meiner Theorie gänzlich in Abrede stellt. ■ 
Allein es hätte hiezu nicht einmal erst einer solchen Beweisführung 
bedurft, da ja der Verfasser selber in seiner Abhandlung diese Nicht 
anerkennung geradezu in den Schlussfolgerungen ausspricht. So
	        

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