Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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SITZUNG VOM 13. MAI 1852. 
Eingesendete Abhandlung. 
Vielfache Brechung eines Lichtstrahles in Kalksputh- 
Krystallen. 
Von Ed. Schöbt. 
(Mit Taf. XXIX und XXX.) 
Bei Versuchen über doppelte Brechung und Polarisation des 
Lichtstrahles in verschiedenen, besonders mineralischen Substanzen 
habe ich die merkwürdige meines Wissens noch nicht beobachtete 
Erscheinung entdeckt, dass einige Kalkspath-Krystalle die Eigenschaft 
besitzen, den einfallenden Lichtstrabi nicht bloss in zwei Strahlen 
zu brechen, wie der gemeine isländische Doppelspath, sondern 
ausserdem in drei, sieben, eilf Strahlen, ja einige Krystalle, in be 
stimmten Lagen in so viele, dass man nicht im Stande ist, sie zu 
zählen. Die Kalkspath - Rhomboeder bedürfen keiner besonderen 
Grösse, um sich zu nachstehenden Untersuchungen zu eignen, da 
schon Krystalle, deren Axenlänge nur ein Millimeter beträgt, aus 
gezeichnete Phänomene liefern. Dem äusseren Anschein nach sind 
sie zumeist wasserklar, wie die isländischen, von denen sie weder in 
geometrischen Abmessungen, noch in chemischen Bestandtheilen 
differiren. Dennoch haben viele von ihnen ein äusseres Kenn 
zeichen, woran man sic schon durch den blossen Anblick von ande 
ren, diese Eigenschaft nicht besitzenden unterscheiden kann; sie zei 
gen nämlich bei genauerer Untersuchung eine schichtenweise Zusam 
mensetzung nach R—1, d. i. die Axerkanten abstumpfend, durch die 
ganze Masse des Krystalles; nach diesen Schichten findet man 
schwache Spuren von einer regelmässigen Theilbarkeit. Ein anderes 
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