Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Über den Zottenkrebs. 523 
Kalken des Krebsgerüstes enthaltenden hyalinen Schläuche hierher 
gehört. 
Nächst diesen verdient vor Allein in Ansehung des so gewöhn 
lichen Standortes des Zottenkrebses auf der Schleimhaut der Harn 
blase der Fall eines solchen, welcher sich in der hiesigen Samm 
lung als ein Ineunabulum ohne eine nähere Notiz über seine Abstam 
mung vorfindet, Erwähnung, weil das Aftergebilde vielfach die Harn 
blasenwand am Grunde und die Prostata durchsetzt: Die Blase ist in 
ihrer Fleischhaut bedeutend hypertropbirt und am Grunde zu beiden 
Seiten des Trigonum eben so wie die Prostata und selbst die pars 
membranacea urethrae von einem weissen knollig protuberirenden 
Schwielengewebe durchsetzt. Auf der Innenfläche derselben findet 
sich rechts, das Ostium des Ureters einbegreifend, eine mehr als 
thalerstiickgrosse Stelle von theilweise uleerösem Ansehen, auf der 
nächst dem Rande einige gestielte etwa bohnengrosse Geschwülste 
und Zotten sitzen. Links, zum Tlieile in dem erweiterten Blasenhalse 
wuchert auf einer namhaften Protuberanz eine etwa einer Wallnuss 
gleiche medulläre Zottengeschwulst. Nebst dieser finden sieh in dem 
bemerkten Schwielengewebe zahlreiche cysteuartige Räume, welche 
von dendritischen Vegetationen ausgefüllt sind, die vorne rechts bis 
an das Peritonäum der Blase Vordringen und dasselbe zu drei über 
einander lagernden haselnussgrossen Tumoren emporheben. 
Sofort ist der Zottenkrebs des Uterus anzuführen, weil 
er eben nicht gar selten vorkommt. Ich habe ihn nicht nur als ein in 
seinem ganzen .Umfange nach dem Cervical-Canale des Uterus und 
der Scheide hin blossliegendes sehr lockeres, von Extravasaten 
durchsetztes, in grossen Partien necrosirendes medulläres After 
gebilde, sondern auch zum ansehnlichen Theile noch in der Masse 
des Cervix uteri enthalten, d. i. vor seinem Durchbruche nach 
innen beobachtet. Letzteres ist von Belang, weil daraus hervorging, 
dass das Aftergebilde nicht von der inneren Oberfläche, d. i. aus der 
Schleimhaut des Uteruscervix, seinen Ursprung nahm, sondern tief 
in dem Gewebe desselben, und dass es von hier aus, erst im Verlaufe 
seiner fortgesetzten Wucherung, nach innen vordrang und nackt zum 
Vorscheine kam. Das Aftergebilde bestand aus einem von einem 
medullären Safte strotzenden, in der Tiefe allerdings dichteren, aber 
im Allgemeinen doeli und besonders in der Peripherie sehr lockeren, 
unter Wasser sich entfaltenden Filze oder Strickwerke, von dessen
	        

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