Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Robert Sch w a r z. Notiz üMpr die 
Vorläufige Notiz über die Bestandtlieile des Krautes von 
Galium verum und Galium aparine. 
Von Robert Schwär*. 
In dem Folgenden erlaube ich mir noch einen Beitrag zu 
liefern zu der Untersuchung der Pflanzen aus der Familie der 
Rubiaceen. 
Als weitere Repräsentanten der Unterabtheilung Stcllatae 
wurden die obenbenannten zwei Pflanzen gewählt. — Ich habe in 
ihnen mehrere Stoffe aufgefunden, die auch schon die andern 
Pflanzen dieser Familie charakterisiren, ausserdem noch eine eigen- 
thümliche Säure, die sich ihrer Zusammensetzung nach ebenfalls der 
Reihe in dieser Familie aufgefundener Gerbsäuren anschliesst. 
Der Gang der Untersuchung war der schon mehrmals beschrie 
bene, den ich hier nur kurz wieder andeuten will. 
Die Abkochungen des Krautes wurden zunächst mit Bleizucker 
lösung ausgefällt, der so entstandene grüngelbe Niederschlag ent 
hält viel Citronsäure, wenig Gerbsäure und die andern unorganischen 
Säuren an Bleioxyd gebunden. Der nach diesem basisch - essig 
saurem Bleioxyde entstehende Niederschlag zeigt schon durch seine 
lebhaft chromgelbe Farbe einen grösseren Gehalt an Gerbsäure. 
Fällt man, nachdem man ihn von der Flüssigkeit getrennt hat, diese 
noch mit Ammoniak, so entsteht ein weisslicher Niederschlag, der 
ausser einer grossen Menge (6) basisch-essigsauren Bleioxydes noch 
jene schon früher unter dem Namen Rubichlorsäure von Rochleder 
und mir beschriebene Säure enthält. Es handelte sich nunmehr 
darum, die Gerbsäure als reine Bleiverbindung zu erhalten, denn es 
standen mir leider keine andern Behelfe zu Gebote, Stoffe von der 
eigenthümlichen Natur der Gerbsäuren in andere constante unver 
änderliche Verbindungen überzuführen, aus denen sich ihre Zu 
sammensetzung ermitteln Hesse. Dazu kommt die Unfähigkeit der 
reinen Säuren zu krystallisiren, die Schwierigkeit sie von Wasser 
zu befreien und ihre leichte Oxydirbarkeit, so dass diese Bleiver 
bindungen zusammengehalten mit den Analysen der Hydrate allein 
brauchhar sind, ihre Zusammensetzung in Formeln auszudrücken. — 
Ihre Zusammensetzung scheint mir, wie schon erwähnt, C\ 4 // 8 O i0 
+ HO zu sein, und zwar habe ich diese aus den Analysen der
	        

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