Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Untersuchung der Iiliitler der Ilubiu linclorum. 2 b 
Ü‘474 Grran. Substanz gaben 01832 Grmn. Kalkerde: 
berechnet gefunden 
Dies auf 100 berechnet gibt 3836 38'40 
Bei den Aschenanalysen der Rubia tinctorum fand man nicht 
unbedeutende Mengen von Schwefelsäure. Ich habe diese Säure in 
ziemlich bedeutender Menge in dem wässrigen Auszuge des Krautes 
dieser Pflanze nebst etwas Phosphorsäure gefunden und folgender 
weise nachgewiesen: das filtrirte Decoct des Krautes wurde mit 
essigsaurem Bleioxyde gefällt, der Niederschlag zur Entfernung der 
Gerbsäure mit verdünnter Essigsäure digerirt, der unlösliche Theil 
auf einem Filter gesammelt, mit Wasser ausgewaschen und hierauf 
mit Schwefelwasserstoff unter Wasser zersetzt. 
Ein Theil der vom Schwefelblei abfiltrirten Flüssigkeit wurde 
nach Verjagung des überschüssigen Schwefelwasserstoffes mit 
reinem Kali versetzt, zur Trockene eingedampft und geschmolzen. 
Die Masse wurde hierauf in Wasser gelöst, mit Salpetersäure 
neutralisirt und mit salpetersaurem Baryte versetzt; es zeigte sich 
ein häufiger weisser Niederschlag, der nur zum geringsten Theile 
in Säuren löslich war; die Flüssigkeit wurde von dem Niederschlage 
abfiltrirt. In dieser Lösung ist eine geringe Menge Phosphorsäure 
mit Leichtigkeit nachzuweisen. 
Ein zweiter Theil der ursprünglichen Lösung wurde im Wasser 
bade eingedampft, längere Zeit stehen gelassen, es setzten sich in 
dieser Lösung deutliche Krystalle von schwefelsaurem Kalke ab. 
Es ist dies zugleich ein Beweis, dass die Schwefelsäure , die in 
der Asche dieser Pflanze gefunden wurde, nicht etwa von Proteinver 
bindungen herrühre, sondern, wenigstens zum Theile, als solche in 
der Pflanze enthalten ist. 
Die geringen Mengen frischen Krautes, die mir bei dieser Unter 
suchung zu Gebote standen, verdanke ich der Güte des Herrn Pro 
fessors Kost eie tzky.
	        

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