Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Ueber die natürliche Familie der /tublacene. 
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Schwierigkeit der Untersuchung, wenn sie fehlen, nicht der Grund 
sein, diese Körper nicht zu untersuchen. 
Was die organischen Basen im Allgemeinen und die der Familie 
der Rubiaceen insbesondere anbelangt, so enthalte ich mich jeder 
Aeusserung darüber so lange, bis die von Dr. Hlasiwetz begonnene 
Untersuchung der Chinabasen und die Untersuchung des Emetin voll 
endet sein werden. 
Ich hoffe in kurzer Zeit eine Arbeit über die Familien der Eri- 
cineae, Umbelliferae und Synarthereae der kais. Akademie zur An 
sicht vorlegen zu können. 
Ich trage die Ueberzeugung in mir, dass die organische Chemie 
für die Botanik und Pflanzenphysiologie das werden kann, was die 
unorganische Chemie für Mineralogie und Geognosie geworden ist, 
ein Hülfsmittel bei-Diagnosen, ein Hülfsmittel bei Erklärung von Er 
scheinungen, das vor unzähligen Irrthümern bewahrt. 
Durch zahlloseMineral-Analysen sind dieDaten gewonnen worden, 
welche erlaubt haben, die Gesetze des Hemorpbismus aufzustellen. 
Wenn der Mineralog von Feldspath oder Granat spricht, verbindet 
der Chemiker damit heut zu Tage eine Menge von Begriffen, er ist 
im Stande sie in einer chemischen Formel hinzustellen. Man weiss, 
dass die natürlichen Familien des Mineralreiches Verbindungen be 
stimmter Säuren sind, mit verschiedenen Basen, dass diese letzteren 
ganz oder theilweise durch bestimmte andere Basen ersetzt werden 
können, ohne dass der Hauptcharakter der Verbindung dadurch ver 
loren geht. Alaun bleibt Alaun, wenn sein Kali durch Ammonium 
oxyd, seine Thonerde durch Eisenoxyd, Manganoxyd oder Chromoxyd 
ersetzt wird. — Die Pflanzen einer natürlichen Familie enthalten 
zwar nicht dieselbe Säure an verschiedene Basen gebunden, aber 
höchst ähnliche, daher haben sie höchst ähnliche Formen, nicht die 
selbe, sie sind nicht isomorph. — Es wird eine Zeit kommen, wo 
der Chemiker mit dem Worte Amentaceae genau so wie mit dem 
Worte Glimmer bestimmte Begriffe wird verbinden können, wo er im 
Stande sein wird, durch eine einfache chemische Formel diese Be 
griffe auszudrücken. 
Sil7.l1. <1. m.-iUi.-natiii-w. CI. VIII. B<1. I. HB.
	        

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