Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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20G Rudolf Kn bi’. 
angefangen bis zum letzten 17 Blinddärme, alle ziemlich gleichlang, 
wie es überhaupt für die Gattung Salar bezeichnend scheint, dass die 
letzten Blinddärme noch eine so bedeutende Länge besitzen und alle 
yerhältnissmässig auch dick sind. 
Zwei Salmoniden aus Teschen sind im k. k. Museo ebenfalls 
als Salar spectabilis bestimmt; ein Männchen von 14" T" mit 
rotlien Flecken schön geziert, und ein Weibchen von 18" 2'" nur 
mit grossen schwarzen Flecken gezeichnet. Beide unterscheiden sich 
bezüglich ihrer Magen und Blinddärme theils von dem Vorigen, tlieils 
von einander selbst. Das Männchen stimmt in allen, die Blinddärme 
betreffenden Punkten mit dem Exemplare aus Petersburg überein; 
die 10 Kranzbildner sind die längsten, rechts 5, links 4, durch Zell 
gewebe verbunden, 1 isolirter in der Medianlinie der Concavität bis 
zum Winkel des Schlundmagens zurückreichend, der längste Blind 
darm rechts 1" 4'"; die 6 letzten und kürzesten hinter der 2. Krüm 
mung liegenden sind noch 8—9"' lang, u. s. w. 
Die Länge des Darmstückes innerhalb der 2 Curvaturen ist aber 
bei beiden bedeutend verschieden; beim Teschner beträgt es 3" 4'", 
beim Petersburger (dessen Totallänge doch um 2%" grösser war) 
dagegen nur 2V2". Nebst dem Pförtner- ist auch der Schlundtheil des 
Magens bei dem Teschner Exemplare absolut grösser und weiter, 
obwohl letzterer insbesondere durch seinen Inhalt allerdings unge 
wöhnlich ausgedehnt erschien *). 
1 ) Im Schlundmagen fand sich nämlich ein grösstenfheils verdauter grosser 
Frosch und ein später verschluckter Fisch (ein Aspius) vor. Der Zustand 
in welchem sich diese beiden Thiere befanden, zeigt, dass die Verdauung 
schon im Schlundmagen sehr weit vorschreitet und dass dem Pförtnerthcil 
und den Blinddärmen nur ein leichteres Geschäft noch übrig bleibt. Der 
Vordertheil des Frosches war fast ganz in breiige Masse zersetzt, nur 
die Knochen des Beckens und die 4" langen Hinterfüsse waren noch kennt 
lich, jedoch die Weichtlieile auch hier bereits zersetzt. Vom später ver 
schluckten Fische waren Haut, Schuppen und Flossen ebenfalls schon gros- 
sentheils verdaut und selbst der Kopf bereits bis zur Unkenntlichkeit. Bei 
dieser energischen Thätigkeit, in der sich hier offenbar der Schlundmagen 
befand, fiel es um so mehr auf, dass der Pförtnertheil des Magens (der 
stets besonders dickwandig und muskulös ist) beinahe und die Blinddärme 
völlig leer waren. Es scheint demnach, dass unmittelbar hinter dem Py- 
lorus nach Einmündung des Gallenganges schon Chylusbildung und Aufsau 
gung desselben erfolgen.
	        

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