Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Ueber die Magen und Blinddärme der Salmoniden. 
203 
erwies sich mir auch ferner für gewisse Gattungen charakteristisch, 
doch ist hiebei der Umstand ihres zufälligen Voll- oder Leerseins 
nicht ausser Acht zu lassen, Rathke’s allgemein hingestelltem Satze: 
„Wo eine grössere Zahl von Blinddärmen vorhanden ist, sind sie stets 
von beträchtlicher Länge” (s. dessen Beiträge S. 87), kann ich nicht 
unbedingte Gültigkeit zuerkennen, indem Sahno huchoigänzlich und 
die Coregonus-Arten therlweise hievon eine Ausnahme machen. Als 
sehr bezeichnend bewähren sich aber, wie auch Rathke bemerkt, 
durchwegs die Lage und Ausdehnung der Blinddärme längs des 
Darmcanales, als weniger brauchbar hingegen ihre verschiedene 
Verbindung durch Fett- und Zellgewebe. Ausser den erwähnten 
wurde ich aber auf einige andere Verhältnisse noch aufmerksam, 
auf welche ich früher kein Gewicht legte. Ich überzeugte mich 
nämlich, dass die Verhältnisse des Darmcanales selbst sehr 
abweichend seien, und dass seine Verschiedenheiten mit jenen der 
Blinddärme zusammen erst ein brauchbares Ganzes abgeben können, 
um in dieser Partie die Eigentluimlichkeiten der Gattungen und Ar 
ten zur Anschauung zu bringen. Demnach habe ich noch folgende 
Punkte als beachtenswerth überall berücksichtigt: 1. Die Länge 
des Darm- (Magen-) Stückes zwischen beiden Curva- 
turen 1 ), und zwar an sich und im Verhältnisse zur Totallänge der 
Individuen; ferner dessen Form, Weite und Oberfläche. 2. Die Be 
schaffenheit des unmittelbar vor der ersten Curvatur liegenden Thei- 
les des Verdauungsrohres, der schon als wahrer Magen fungirt und in 
welchem die Verdauung bereits weit vorschreitet; ich bezeichne ihn 
der Kürze halber mit Rathke als Cardientheil und das auf ihn 
folgende Stück bis zum Pylorus als Pförtnertheil des Magens. 
Diese Bemerkungen vorausgeschickt, lasse ich nun die genaue 
Beschreibung der neuerlich untersuchten Arten folgen und füge nur 
noch hinsichtlich der Abb ildüngen bei, dass alle in natürli 
cher Grösse gezeichnet und die M essungsverhältnisse 
der einzelnen Theile daraus naturgetreu zu entnehmen sind, 
wesshalb auch viele derselben im Text nicht eigens mehr angeführt sind. 
') Rathke äussert sich »her (len Magen der Salmonen (S. 27 a. a. 0.) : 
Im Ganzen hat er immer dieselbe Form und wechselt ntir däfln, dass der 
Pförtnertheil entweder nur wie bei Sctlmo säletr kaum die halbe Länge 
des Cardientlieiles hat, oder wie bei Forellen und Marähen diesem an 
Länge fast gleichkommt.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.